Ist Frühstück ungesund?

Frühstück – die gefährlichste Mahlzeit der Welt?

Ein Kommentar von Rafael Frenk

Der Mensch handelt definitiv nicht logisch. Wenn er verliebt ist, sagt er komische Dinge. Feiert er Weihnachten, ernährt er sich wie ein Braunbär kurz vorm Winterschlaf. Wenn er sich bereits an zwei Gläsern des Zellgiftes Ethanol berauscht hat, möchte er an manchen Tagen noch drei davon – dem guten Gefühl wegen.

Doch weißt du was? Alles dies ist nicht weiter schlimm. Oder zumindest nicht immer aufzuhalten. Denn der Mensch ist, sagen wir es einmal so – ab einer gewissen Instanz, dann halt doch kein Tier. Dein sein Frontallappen hat im Zusammenspiel mit gesellschaftlichen Konsensen all diesen Dummheiten einen wunderschönen Namen gegeben: Kultur.

Kultur lässt uns Dinge tun, die nicht logisch, nicht biologisch und am Ende dann doch so schön harmonisch sind. Doch es gibt einen Bereich, wo dieser kulturelle Geigenzähler völlig seinen Maß verloren hat. Wo Kultur keine freudige, gesellige Eintagsfliege im Monat ist. Einen Bereich, der uns mit Weilen ziemlich fertig machen kann. Denn ganz Lachs formuliert – und wo wir auch schon beim Thema sind – es geht um unser Frühstück.

Tobi – ein unverschämtes Beispiel

Wir, die Biohacker von Primal State, zeichnen uns dadurch aus, wissenschaftlichen Erkenntnisse mit dogmafreier Mindfulness in urban-lässiger Straßentauglichkeit für Menschen zugänglich zu machen. Ich möchte mit diesen Zeilen keinen großen Max markieren, sondern nur darauf aufmerksam machen, dass dieser kurze Artikel und die kommenden Zeilen etwas aus der Reihe tanzen.

Denn auch all die Gedanken, Gefühle und Überzeugungen über Deutschlands höchstes Morgen-Gut haben einen gemeinsamen Nenner: das Bauchgefühl. Und meins sagt mir, dass der Nenner dabei oft leider etwas zu fett wegkommt. Nehmen wir ein übliches Beispiel – dabei in der Hauptrolle: Tobi, morgens halb zehn in Deutschland.

Croissants zum Frühstück

3 Croissants mit Marmelade, eine Schüssel Quark, 2 Rühreier und dazu einen großen Latte Macchiato bitte!

Tobi wacht morgens auf. Nach dem üblichen Blick aufs Handy, denkt er über all die schönen Möglichkeiten nach, die der Morgen vor der Arbeit noch bietet und ihn richtig in Schwung bringen könnte. Ein wenig Yoga, ein wenig Lesen, Musik hören oder einfach mal das Nichts genießen. Doch dazu kommt es nicht.

Das Zucken in der Magengegend macht sich ungefähr so laut und schrill bemerkbar, wie plötzliche Polizei-Sirenen am 1. Mai im Hamburger Schanzenviertel. Nur das dieses Zucken einen doch versöhnlichen Tenor im Kopf erzeugt: „Endlich wieder Frühstück!“

Mit einer Kombination aus augenscheinlich körperlicher Notwendigkeit und geistiger Gewohnheit macht Tobi sich ans Werk: 3 Croissants mit Marmelade, eine Schüssel Quark, 2 Rühreier und dazu einen großen Latte Macchiato lassen den schrillen Ton im Kopf in ein nunmehr genüsslichem Grummeln übergehen. Verständlich – denn so eine Art (oder eine ähnliche) von umfangreichen Schlemmerfrühstück schmeckt dem Gaumen halt nicht nur am Sonntag-Morgen mehr als gut.

“Morgens bin ich immer müde – doch Abends werd ich auch nicht wach”

Doch der Fett unterlegte Glukose-Rausch hat eine Gemeinsamkeit mit den eher aus Berliner Clubs bekannten nächtlichen Rausch-Begebenheiten: Es kann durchaus zu Nebenwirkungen kommen. Denn da der Blutzuckerspiegel nun in Tobis Körper ein Ticket im Heidepark Soltau gebucht hat, sind die Empfindungen und Gefühle mannigfaltig: Noch mehr Lust auf süßes Futter. Oder auch eine plötzliche Müdigkeit, die einen auf einmal überkommt.

Der Körper zieht seine frische morgendliche Energie in Richtung Verdauungsauftrag, der Kopf hat eher andere Erklärungsversuche in petto: Das Wetter. Der schlechte Schlaf. Oder den Umstand, dass andere sich morgens auch so fühlen, als wenn sie nicht aus Quark kommen. Gut also, dass es in den meisten Städten mittlerweile an jeder Ecke mehr Cafés gibt, als das Donald Trump einsilbige Sätze formuliert. So wird die subtile Müdigkeit einfach mit dem nächsten Schluck schwarzem Gold der Gar ausgemacht. 

Dies sollte reichen bis zur nächsten Tasse, die schon in der Büro-Maschine im Büro auf Knopfdruck wartet. Der Rest von Tobis Tag ist schnell erzählt – während Adrenalin und Stress den Körper fit für Office-Olympia machen, gesellen sich dazu immer mehr Erschöpfungsmomente, die sich nicht immer wie Geburtstag und Hochzeit zusammen anfühlen.

Gut also, dass am Abend noch Sport oder der Plausch mit den Freunden wartet. Oder in mehr oder weniger günstigen Fällen der Fernseher und das erneut deftige Essen. Mit einem Mix aus verschiedenen Gefühlen sinkt Tobi irgendwann gegen 22 Uhr auf der Couch zusammen. Sein Gedanke: Endlich schlafen. So müde. Endlich wieder Frühstück morgen.

Liegender Löwe sucht sein Frühstück

Von schlafenden Löwen und bulgarischen Naturvölkern

Werden wir seriös. Denn wenn wir uns die Natur anschauen, dann ist Frühstück dort nicht so verbreitet, wie wir uns das manchmal wünschen würden. Denn dem grundlegenden Konstrukt von Nahrungsaufnahme liegt etwas wesentliches zu Grunde: Energiebedarf. Und dort finden wir in zahlreichen Beobachtungen von Menschen aus gesunden Naturvölkern, den sog. Blue Zones, als auch auf einer handelsüblichen Wüstensafari mit wilden Tiere einen interessanten Fakt.

Denn all diese Tiere, als auch langlebigen Völker nehmen erst Nahrung zu sich, nachdem Energie verbraucht wird. Oder anders gesagt: Wenn man Hunger hat. Bulgarische Bergbauern, welche äußerst lange leben, nehmen nur wenige und leichte Lebensmittel tagsüber zu sich und hauen erst nach getaner Arbeit richtig rein. Ein Löwe ist wahrscheinlich nicht der angenehmste Zeitgenosse wenn er hungrig umher stolziert. Satt gegessen wissen wir mittlerweile sehr sicher, könnte eine Antilope einen Meter vor seinen Augen Tango tanzen. 

Hormone sind nicht dämlich

Der Schlüssel dahinter liegt im Hungerhormon Ghrelin und dem Wachstumshormon HGH. Viele Studien haben mittlerweile das festgestellt was viele uns oft fühlen – nahrungsarme Zyklen am Tag machen uns wach, leistungsfähig und konzentriert. Dieses Gefühl macht auch biologisch Sinn.

Denn während wir uns nicht den Bauch vollstopfen, waren wir früher in der Lage auf die Jagd zu gehen, heute leistungsfähig abseits von Pfeil und Bogen zu agieren. Gut gegessen, werden dagegen Sättigungshormone wie Leptin ausgeschüttet, die uns müde und schläfrig machen. Auch das macht erneut Sinn, denn während wir in den Stand-by-Modus schalten hat der Körper anschließend genügend Energie zur Verfügung um Verdauungsarbeit zu leisten.

Man ahnt es sicher schon – während eines zu übermäßigem Frühstücks wird dieser natürliche Rhythmus komplett auf halb acht gedreht. Wir essen zu viel ohne echten Energiebedarf und die gebundene Verdauungsenergie macht uns anschließend alles andere als fit. Weil uns das irritiert, steuern wir mit Koffein und anderen netten Dingen dagegen.

Oder anders gesagt: Der Mensch gibt künstlich Gas, während der Körper auf der Bremse steht. Bis der Hormonhaushalt und die Balance zwischen unserem kurzfristigen Stresshormon Adrenalin und und dem langfristigen Pendant Cortisol, derart außer Kraft gesetzt wird, dass wir irgendwann nicht mehr so wach und energetisch aus der Wäsche gucken, wie wir eigentlich gemäß unserer Natur könnten. Dumm gelaufen.

Schluss mit überholtem Glauben

Schlauer ist man immer erst hinterher. Das wissen wir spätestens seit dem Zeitpunkt, als die Erde doch zu einer Kugel wurde und ein Fußballspiel zwar immer noch 90 Minuten dauert, am Ende halt aber doch nicht immer die Deutschen gewinnen. Das Problem dabei nur: während eine neue Realität in unseren Köpfen nicht absolute Gewissheit ist, halten wir gern am Alten fest.

Besonders gern wenn es um das Frühstück geht. „Morgens essen wie ein Kaiser“ oder „ohne Frühstück wirst du schlapp“ sind alles Weisheiten die von Generation über Generation übergeben worden sind, ohne sie wirklich ernsthaft in Frage zu stellen. Doch mittlerweile blüht es dem ein oder anderen – was früher bei harter körperlicher Arbeit sicher noch nicht ganz verkehrt war, ist im heutigen Office-und Denkzeitalter zu größten Teilen völlig überholt. Es heißt ja nicht umsonst Bauernfrühstück, statt Grafikdesignerfrühstück.

Bulletproof Coffee Rezept

Bulletproof-Coffee – der Geschmack einer neuen Chance.

Warum mit Problemen rumschlagen, wenn es bereits Lösungen gibt. Nein, dies ist leider nicht das neue Firmencredo der Deutschen Bahn, sondern eine Anstiftung, sich cleverer und angepasster am Morgen zu ernähren. Biohacker kennen ihn schon länger, so langsam schwappt er auch in bürgerlichen Tassen langsam (r)über: Der Bulletproof Coffee.

Kurzum: Bulletproof Coffee ist Kaffee, gemixt mit Butter und Kokosöl (bzw. dem Extrakt, MCT-Öl). Diese für einige sogar schon rituelle, seelische Wohltat schmeckt den meisten Menschen ziemlich gut. Insofern sie nicht vergessen haben, das Rezept auch wirklich zu mixen. Bulletproof Coffee vereint morgendlichen Kaffee-Sehnsucht mit den Vorteilen des Fastens.

Die Mischung liefert aufgrund seiner (gesunden) Fette sofort Energie, macht lange satt und verhindert Achterbahn-Expeditionen des Blutzuckerspiegels. Apropo Expedition – da der Ausflug fernab der eigentlichen Aussage hier nicht zu lang wird – in diesem Artikel erfährst du alles was du über den Bulletproof-Coffee wissen musst. 

Lasst uns wieder Tiere sein

Auch wenn sich der Bulletproof Coffee mittlerweile als sehr praktische Lösung etabliert hat, gibt es immer noch einen destruktiven Grundgedanken in uns, der fast eher an Maschinen erinnert und einfach nicht gesund ist. Immer leistungsfähig sein. Immer perfekt sein. Emotional jederzeit stabil. Niemals faul im Bett liegen.

Eine Einstellung die selbstkritisch betrachtet, auch in Biohacker-Kreisen nicht allzu fremd ist. Doch woran ich mittlerweile fest glaube: Wir brauchen unsere Unzulänglichkeit, unsere Kultur. Unsere Abende mit Bier, Wein und Leckereien. Unsere Feste, Anlässe und „unlogischen“ Zusammenkünfte.

Doch alles das können wir uns nur leisten, wenn wir unser Leben zum größten Teil natürlich im Griff haben. Uns so ernähren, bewegen und denken, wie es die Natur schon immer in uns angelegt hat. Und das bedeutet auch, dass wir vielleicht nicht auf Frühstück verzichten müssen – doch uns nicht am Morgen schon komplett betäuben.

Ja, vielleicht dürfen wir wieder ein wenig mehr wie Tiere sein. Auf friedliche, selbstbestimmte und irgendwie dann doch, menschliche Art.

Produktempfehlungen

-10%
29,99  26,99 

6,52  5,87  / 100 g

inkl. 7 % MwSt.

zzgl. Versandkosten

Lieferzeit: 1-3 Werktage

19,99 

4,00  / 100 ml

inkl. 7 % MwSt.

zzgl. Versandkosten

Lieferzeit: 1-3 Werktage

39,99 

6,67  / 100 g

inkl. 7 % MwSt.

zzgl. Versandkosten

Lieferzeit: 1-3 Werktage

  • [ryv-popup id="vimeo-darmoptimierung-uebersicht" video="https://player.vimeo.com/video/279208524?autoplay=1"]

  • ×

    PRIMAL ABO Details

    Deine automatische Lieferung:
    Jeden Monat

    Dein monatlicher Vorteil:
    5% Rabatt

    Als PRIMAL ABO Kunde erhältst Du auf alle Produkte in Deinem Abo 5% Rabatt. Eine Sache dazu noch:
    Das PRIMAL ABO hat eine Mindestlaufzeit von 3 Monaten.

    Du kannst jederzeit kündigen. Solltest Du Dein Abo aber vor Ablauf der Mindestlaufzeit abbrechen, berechnen wir Dir die normalen Shop-Preise ohne Rabatt. Warum? Leider wurde der Abo-Rabatt in der Vergangenheit sehr häufig für einmalige Bestellungen missbraucht

    Viele Grüße, Janis

    Gründer & Geschäftsführer
    von Primal State