Woran merke ich, ob ich in der Ketose bin?

Kaum eine Frage stellen sich Freunde der Ketose/ketogenen Ernährung häufiger: „Woran merke ich, ob ich in der Ketose bin“?

Zu diesem Thema möchte ich Dir heute einen präzisen und absolut idiotensicheren Checkplan geben.

 

Was ist die Ketose noch mal?

Um unser verstaubtes Wissen über die Ketose wieder aufzufrischen eine kurze Wiederholung:

  • Die ketogene Ernährung ist eine Ernährungsform, die das Fasten imitiert.
  • Durch Zufuhr nährstoffreicher Nahrungsmittel, Ballaststoffe und Fette ist sie längerfristig besser durchführbar und gesünder als Langzeitfasten.
  • Da die Kohlenhydratzufuhr praktisch bei Null liegt, bildet die Leber als Alternative zu Zucker (Glucose) Ketonkörper und verteilt diese im gesamten Körper, besonders im Gehirn [1-2].
  • Wenn das passiert, sprechen wir von der Ketose – Du bist dann „In der Ketose“.
  • Kalorienzählen ist nicht nötig; es reicht, sich auf bestimmte Nahrungsmittel oder erprobte Rezepte zu beschränken.

 

Warum sollte ich die Ketose durchführen?

Die Ketose ist eine Ernährungsform und nicht zwangsläufig eine Diät. Sie kann natürlich auch als Diät durchgeführt werden. Viele nutzen sie aufgrund ihrer vielseitigen Vorteile:

  • Bei übergewichtigen Anwendern kommt es zu einem starken Gewichtsverlust, der die meisten anderen Diätformen in den Schatten stellt [3].
  • Diabetiker profitieren von einer stark verbesserten Blutzuckerkontrolle und sehr häufig auch von einem Absetzen der Medikamente [4].
  • Der Kopf wird klar, Fokus und Konzentration steigen enorm an.
  • Das Schlafbedürfnis ist reduziert.
  • Die Ausdauer beim Sport ist erhöht (s. ketogene Ernährung und Sport)
  • Aufgrund einer höheren Bildung von Endorphinen kommt es zu einer besseren Laune.
  • Hunger und Appetit sind reduziert.
  • Da die Ernährung sehr fettreich ist und Fett gut schmeckt, schmeckt auch das Essen super 🙂
  • Bei Epileptikern kommt es zu einer starken Reduktion epileptischer Anfälle
  • Eine vollständige Übersicht über die Vorteile der ketogenen Ernährung ist in diesem Artikel

Nun weißt Du, was die ketogene Ernährung ist und warum sie einen Versuch wert ist. Du kaufst Dir ein gutes Rezeptbuch, suchst Dir einen guten Kurs oder stöbere auf verschiedenen Blogs nach guten Rezepten für die ketogene Ernährung.

Du startest sie, Du beseitigt die Nebenwirkungen wie etwa die Low-Carb-Grippe, und es läuft bestens.

Da die Ketose jedoch ein Stoffwechselzustand ist, fragst Du Dich ständig: Bin ich jetzt in der Ketose oder nicht?

Um diese feine Frage zu beantworten, habe ich für Dich einen kurzen Ratgeber zusammengestellt. Mit diesem kannst Du sehr einfach und in jeder Lage überprüfen, ob Du nun in der Ketose bist oder nicht.

 

Der idiotensichere Plan: Bin ich in der Ketose oder nicht?

Diesen Plan habe ich aufgeteilt in subjektive („Wie fühle ich mich?“) und objektive (Physikalisch-chemische) Messmethoden. In den meisten Fällen reicht es schon aus, auf die subjektiven Symptome der Ketose zu achten und auf das Gefühl der Lebensqualität. Nicht immer ist eine Messung durch physikalische oder chemische Methoden nötig.

 

Subjektive Messmethoden:

Kein Hunger und Appetit mehr

Da sehr viel Fett und Ballaststoffe gegessen werden, sowie der Stoffwechsel in der Ketose anders läuft als normal, ist es üblich, dass Du in der Ketose einfach keinen Hunger oder Appetit mehr hast. Oder zumindest viel weniger als vorher. Du musst nicht mehr ständig über das Essen nachdenken, was Dir Zeit und Nerven spart.

Klarer Kopf und messerscharfer Fokus

Viele berichten über einen guten Tunnelblick bei konzentrierten Aufgaben, wenn sie in der Ketose sind. Sie werden weniger abgelenkt, können sich auf eine Aufgabe konzentrieren; und diese eine Aufgabe geschickt, präzise und mit hoher Ausdauer lösen.

Leichtes Aufstehen am Morgen

Viele berichten über eine bessere Erholung während der Nacht. Umso leichter fällt es dann auch, früh aus den Federn zu kommen. Sie können es gar nicht erwarten, ihren Bulletproof-Coffee zu genießen.

Spürbare Aktivität in der Leber

In der Ketose arbeitet die Leber auf Hochtouren, da sie nicht nur Fett auf- und abbaut, sondern auch Ketone als alternativen Energieträger bildet. Und oft ist diese Aktivität wirklich spürbar. Lege einmal eine Faust direkt über Deinen Bauchnabel. Etwa an dieser Stelle und so groß ist die Leber.

Spürst Du in diesem Bereich eine gesteigerte Aktivität oder Wärmebildung? Ja? Dann läuft Deine Leber auf Hochtouren und Du bist es wahrscheinlich schon in der Ketose!

Bessere Ausdauer beim Sport

Besonders bei Ausdauersport ist Fett der bevorzugte Energieträger für den Körper. Während der Ketose läuft die Fettverbrennung auf Hochtouren, Ketone ergänzen dabei die Fettsäuren als Energieträger für die Muskeln. Daher ist es nicht unüblich, dass Du Dich an dieser Stelle über eine gesteigerte Ausdauer und auch Kraft beim Sport freuen kannst. Wenn Du plötzlich schneller und weiter läufst als bisher, weißt Du jetzt, warum!

Atemtest

Jetzt wird es chemisch: Denn die zwei metabolisch wichtigsten Ketone im Körper sind Acetoacetat (20% aller Ketone) und ß-Hydroxy-Butyrat (75%). Es passiert immer mal, dass sich vom ß-Hydroxy-Butyrat-Molekül ein kleines CO2-Molekül losreißt. Dann entsteht Aceton (die restlichen 5%), das teilweise verstoffwechselt, teilweise ausgeatmet wird. Dieser leichte Aceton-Geruch ist in Deiner Atemluft beim Ausatmen manchmal spürbar.

Das kannst Du selber überprüfen, indem Du in Deine hohle Hand atmest und riechst; oder Du fragst einen Mitmenschen. Dieser charakteristische Geruch zeigt Dir am deutlichsten und subjektiv messbar, ob Du in der Ketose bist. Der Geruch ist nicht unbedingt stechend, sondern riecht eher nach überreifem Obst. Sollte dies der Fall sein, brauchst Du keine Angst zu haben:

Trinke einfach mehr als gewohnt, greife immer mal zu einem Kräutertee (Pfefferminze), oder greife direkt zu Kaugummis.

 

Allein mit diesen subjektiven Tests kannst Du in 80 % der Fälle selber überprüfen, ob Du in der Ketose bist.

Wenn Du Dir nicht absolut sicher bist oder eine verlässliche und messbare Methode benötigst, dann versuche eine dieser 2 physikalisch-chemischen Messmethoden aus:

 

Objektive Messmethoden:

Nummer #1: Keton-Atemtest: Gerade hast Du vom subjektiven Atemtest der hohlen Hand erfahren. Dies kann auch mit einem Messgerät erfolgen. Dieses Messgerät  misst den Aceton-Gehalt in Deinem Atem und übermittelt Dir diesen Wert sehr verlässlich.

Nummer #2: Ketostixx: Ein kleiner Gehalt an Ketonen ist auch immer im Urin nachweisbar. Dies bedeutet nicht, dass Du an Diabetes leidest, dieser Prozess ist ganz natürlich. Diese kleinen Sticks enthalten Enzyme, die Ketonkörper wahrnehmen und Dir ungefähr sagen, wie viele Ketone in Deinem Urin sind. Diese Messmethode ist nicht so genau wie der andere, aber unschlagbar günstig. Es kann jedoch eine Woche dauern, bis die Ketone einwandfrei über Ketostixx nachweisbar sind, also Geduld!

 

Fazit – Ganz einfach nachweisen, ob ich in der Ketose bin

Mit diesen einfachen und gesammelten Messmethoden, sowohl subjektiv als auch objektiv, kannst Du einwandfrei überprüfen, ob die Ketose bei Dir läuft. Unsere Empfehlung ist es, jederzeit auf die subjektiven sowie auf eine objektive Messmethode zurückzugreifen. Die meisten Anwender, besonders Einsteiger, greifen daher auf die Ketosticks zurück.

Wer ein paar Euro mehr zur Verfügung hat oder vorhat, die ketogene Ernährung für längere Zeit durchzuführen, greift lieber zum Atemtest.

Wir hoffen in jedem Fall, Dir mit weiteren Artikeln sowie unserem bahnbrechenden Ketose-Kurs weiteren wertvollen Input und Informationen zur ketogenen Ernährung liefern zu können.

 

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Einzelnachweise