Künstliche Lichtquellen: Heimliche Verursacher von Fettleibigkeit?

Hinweis: Dieser Artikel wurde durch einen von Primal State lizenzierten Autor verfasst und durch den wissenschaftlichen Beirat auf seinen Wahrheitsgehalt überprüft und bestätigt.

Zahllose Trenddiäten, Fitness-Gurus und Sportgeräte Hersteller versprechen uns den Traum eines fitten, schlanken und vitalen Körpers.

Doch während die Regale für szenische Rezeptbücher immer größer und die Namen für neuartige Fitness-Programme immer kreativer werden, scheint einer Gruppe von Forschern der Niederländischen Leiden Universität in Bezug auf die Hintergründe von Fettleibigkeit im wahrsten Sinne des Wortes ein Licht aufgegangen zu sein.

In diesem Artikel erfährst Du, welche überraschende Entdeckung dafür sorgen könnte, dass Kerzenhersteller hoch erfreut und wie Du Deine Fettverbrennung ankurbeln kannst, ohne Deine Ernährung auch nur im geringsten zu verändern.

Ein Versuch mit Mäusen überrascht Forscher aus den Niederlanden

Eine im Jahr 2015 durgeführte Studie mit Mäusen konnte erstmals belegen, dass nicht nur die Ernährung, sondern auch der Einfluss von Licht einen beträchtlichen Einfluss auf die Fettverbrennung hat.

In der in den “Proceedings of National Academy of Science” veröffentlichten Studie hat das Team um die beiden Wissenschaftler Sander Kooijman und Patrick C.N. Rensen über 5 Wochen hinweg beobachtet, wie Mäuse auf verschieden lange Lichtperioden reagieren.

Hierfür wurden die Mäuse in 3 Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe wurde täglich 12 Stunden künstlichem Licht ausgesetzt, die zweite Gruppe 16 Stunden, die dritte ganze 24 Stunden lang. Während der Studie hat das Forscherteam gezielt darauf geachtet, dass sämtliche Mäuse gleichviel Bewegung haben und dieselbe Nahrung zu sich nehmen.

Die Ergebnisse dieses simplen Versuchsaufbaus waren erstaunlich.

Die Mäusegruppe, die 24 Stunden am Tag künstlichem Licht ausgesetzt war, hat bei exakt gleicher Ernährung am Ende der Studie im Vergleich zur Gruppe mit 12 Lichtstunden um 50 Prozent mehr an Fett zugenommen.

Das Forscherteam um Kooijman und Rensen fanden diese Ergebnisse so spannend, dass sie unmittelbar damit begannen, die Hintergründe dieses Phänomens zu erforschen.

Letztlich fanden sie die Ursache für diese rein lichtbedingte Gewichtszunahmen ironischerweise im Fettgewebe selbst.M

Das passiert, wenn Dein biologischer Rythmus aus dem Ruder gerät

Dr. Patrick Rensen, leitender Endokrinologe (Hormonforscher) der Leiston Universität und einer der Leiter dieser Forschungsarbeit hält es für wahrscheinlich, dass künstliches Licht nicht nur auf Mäuse, sondern auch auf Menschen einen großen Einfluss haben kann.

Das Niederländische Forscherteam konnte nämlich herausfinden, dass die Ursache für die Gewichtszunahme der Mäuse das sog. braune Fettgewebe ist. Das ist ein besonderer Teil des Fettgewebes in unserem Körper, der durch Oxidation von Fettsäure Wärme erzeugen kann.

Je länger die Mäuse dem künstlichen Licht ausgesetzt waren, desto geringer war die Aktivität des braunen Fettgewebes – und desto weniger Kalorien wurden im braunen Fettgewebe verbraucht, um Hitze zu erzeugen.

Die Forscher glauben, dass der Ursprung für diesen Effekt wieder einmal in der Evolution des Menschen zu finden ist.

Denn je kürzer damals die Tage wurden und je näher sich die Menschen den Wintermonaten näherten, desto wichtiger war es, den eigenen Heizmechanismus des Körpers in Gang zu bringen.

Wenn es jedoch den ganzen Tag über hell war, dachte der Körper, er wäre mitten im warmen Hochsommer. Natürlich machte es in dieser Zeit keinen Sinn, zusätzlich “zu heizen” und er stellte die Funktion des braunen Fettgewebes ein.

Laut Dr. Rensen liegt ein weitreichendes Problem der westlichen Gesellschaft darin, dass unser Körper das ganze Jahr über auf hormoneller Ebene denkt, es sei im Hochsommer.

Smartphones, Fernseher, Glühbirnen und Straßenlaternen sorgen in unser industrialisierten Welt den ganzen Tag (und fast die ganze Nacht) dafür, dass unser Körper künstlichem Licht ausgesetzt ist.

Dies führt dazu, dass das braune Fettgewebe seine Funktion massiv herunterschraubt und viel weniger Kalorien in Energie umwandelt, als es unter optimalen Umständen könnte.

Wie Kerzen Deine Fettverbrennung anregen können

Das Niederländische Forscherteam geht sogar soweit, zu sagen, dass der Dauerbeschuss mit künstlichen Lichtquellen einer der Hauptgründe für die Epidemie an Fettleibigkeit in der westlichen Gesellschaft ist.

Selbst das Licht von Smartphones oder eine Straßenlaterne vor dem Schlafzimmerfenster können nämlich schon spürbaren Einfluss auf die Arbeit des braunen Fettgewebes ausüben.

Daher empfehlen die Forscher eine Rückbesinnung zu einem natürlichen Tag-Nacht-Rythmus.

Das bedeutet, dass wir spät abends Smartphones und Fernseher ausschalten und auch unser Schlafzimmer bestenfalls komplett abdunkeln sollten. (Wahlweise kannst Du auch gerne zu einer guten Schlafmaske greifen.)

Wenn wir schon auf andere Lichtquellen als die Sonne zugreifen, dann jedoch auf Kerzen.

Denn Feuer hat eine warme Lichtfrequenz, die nicht nicht nur erwiesenermaßen den Stresspegel senkt, sondern auch einen weit schwächeren Einfluss auf das braune Fettgewebe hat als künstliche Lampen.M

Hat Dunkelheit auch andere Vorteile für Deine Gesundheit?

Wenn wir das Gesamtbild betrachten, bestärken die Forschungsergebnisse des Niederländischen Teams an Wissenschaftlern eine Tatsache, die bereits in vielen anderen Studien bewiesen werden konnte:

Dunkelheit hat einen positiven Effekt auf die Gesundheit.

Eine Studie der beiden international renommierten Krebsforscher Steven Hill und David Blask von der Tulane Universität in New Orleans konnte zum Beispiel nachweisen, dass absolute Dunkelheit das Wachstum von Brustkrebszellen verlangsamen kann.

Grund für diesen und viele andere gesundheitsfördernde Effekte ist das Hormon Melatonin, das bei Dunkelheit ausgeschüttet wird. Nach aktueller Forschung hängt der Melatoninspiegel nachweislich sowohl mit Krebs- als auch mit Herzkreislauferkrankungen zusammen.

Fazit – wenn die Lichter ausgehen…

Vielleicht bist Du nach dem Lesen dieses Artikels genauso überrascht wie ich, als ich die Studienergebnisse zum ersten Mal recherchiert und analysiert habe.

Die Tatsache, dass künstliches Licht Einfluss auf unsere Fettverbrennung hat, wirkt auf den ersten Blick  für manch einen an den Haaren herbei gezogen – doch die Forschung spricht hier eine klare Sprache.

Ich finde die Erkenntnis sogar noch aus zwei anderen Gründen besonders spannend:

Erstens zeigt sich wieder einmal, wie wahnsinnig gut sich unser Körper im Laufe der Evolution auf unsere Umwelt eingestellt hat.

(So gut sogar, dass er eine komplexe, lichtgesteuerte Heizung besitzt, an der sich manch ein Ingenieur die Zähne ausbeißen würde ;-))

Zweitens beweist uns die Erkenntnis des Niederländischen Forscherteams wieder einmal, dass wir einen enormen Einfluss auf unsere Leistungsfähigkeit und Gesundheit haben – wenn wir unseren Körper verstehen.

Denn stell Dir vor, was sich in Deinem Leben allein dadurch verändern könnte, dass Du eine Stunde früher als sonst das Licht ausschaltest?

Diese winzige neue Gewohnheit kann dazu führen, dass Du länger und gesünder lebst und, wenn Du möchtest, quasi auf “Knopfdruck” einige überschüssige Pfunde schmelzen lässt.

Einzelnachweise:

Prolonged daily light exposure increases body fat mass through attenuation of brown adipose tissue activity

A healthy view on light: fighting stress, mental fatigue and ego depletion

Effects of melatonin on cancer: studies on MCF-7 human breast cancer cells in culture.

Cardiovascular effects of melatonin in hypertensive patients well controlled by nifedipine: a 24-hour study

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