Zyklus der Frau

Weiblicher Zyklus: Ein Tanz der Hormone

Wie funktioniert der weibliche Zyklus? Jede Frau hat ihre persönlichen Erfahrungen damit, aber nur wenige wissen, was genau dabei vor sich geht. Während des Zyklus macht eine Frau hormonelle Schwankungen durch, die sowohl ihre Stimmung als auch das Gewicht beeinflussen.

Was ist der weibliche Zyklus?

Jede Frau macht während ihrer fruchtbaren Jahre regelmäßig den weiblichen Zyklus durch. Er dient der Vorbereitung auf eine mögliche Befruchtung. Er beginnt mit der Monatsblutung und endet am Tag vor der Periode.

Was passiert im weiblichen Zyklus?

Der Zyklus wird durch den Eisprung in zwei Hälften aufgeteilt und besteht aus drei Phasen: Follikelphase, Eisprungphase und Gelbkörperphase.[1]https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2913133/

Follikelphase – Vorbereitung auf eine mögliche Befruchtung

Zu Beginn des weiblichen Zyklus werden Eibläschen, auch Follikel genannt, gebildet, die die Eizellen umgeben. In den Follikelwänden wird das Hormon Östrogen gebildet.

Der Östrogenspiel steigt während der Follikelphase immer weiter an und erreicht kurz vor dem Eisprung den Höhepunkt. Der Anstieg von Östrogen sorgt dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut, die in der letzten Menstruation abgestoßen wurde, wieder aufgebaut wird. Aus diesem Grund nennt man diese Phase auch Proliferationsphase.

Auch der Zervixschleim verändert sich in der Follikelphase. Je näher der Eisprung rückt, desto dünnflüssiger wird er. Dadurch kommen Spermien leichter hindurch, um die Eizelle zu befruchten. Einige Tage vor dem Eisprung beginnt daher auch die fruchtbare Phase.

Eisprungphase – Die Eizelle kann befruchtet werden

In der Eisprungphase erreicht das Östrogen-Niveau den Höhepunkt. Schließlich platzt ein Follikel und gibt eine Eizelle in den Eierstock ab. Dies ist der Eisprung. Die Eizelle kann für eine kurze Zeit befruchtet werden.

Eizelle mit Spermien
Die Eizelle ist in der Eisprungphase bereit für die Befruchtung.

In der Eisprungphase ist der Zervixschleim sehr dünnflüssig und spinnbar. Auch die Basaltemperatur (die Temperatur nach dem Aufwachen und vor dem Aufstehen) steigt spätestens 48 Stunden nach dem Eisprung um wenige Zehntel Grad an. Sie bleibt bis zur nächsten Monatsblutung erhöht.

Gelbkörperphase – Vorbereitung auf die Monatsblutung oder auf das Einnisten der befruchteten Eizelle

Nach dem Eisprung wird aus dem Follikel ein Gelbkörper, der das Hormon Progesteron produziert. Progesteron bringt Prozesse in Gang, die die Gebärmutterschleimhaut auf das Einnisten einer befruchteten Eizelle vorbereiten. Auch der Zervixschleim wird wieder zähflüssig und undurchlässig für Spermien.

Wenn die Eizelle nicht befruchtet wurde, stirbt der Gelbkörper ca. 12-16 Tage nach dem Eisprung ab. Dadurch sinkt der Progesteronspiegel, was dazu führt, dass die Gebärmutterschleimhaut abgestoßen wird. Die Regelblutung setzt ein und ein neuer Zyklus beginnt.

Wurde die Eizelle befruchtet, bleibt der Gelbkörper erhalten und produziert große Mengen Progesteron. Dadurch wird die Gebärmutterschleimhaut nicht abgestoßen und die Eizelle kann sich einnisten.

Gewichtsschwankungen während des weiblichen Zyklus: Eine völlig normale Angelegenheit

Während des Zyklus gibt es starke hormonelle Schwankungen, die Einfluss auf das Körpergewicht haben. In der ersten Zyklushälfte steigt Östrogen stark an. Östrogen wirkt appetitregulierend und viele Frauen bemerken eine Gewichtsabnahme.

Progesteron hingegen dominiert in der zweiten Zyklushälfte. Progesteron wirkt appetitanregend, was dazu führt, dass man wieder mehr isst.[2]https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22281161/[3]https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6257992/

Außerdem ist Progesteron als beruhigendes Hormon bekannt, da es dafür sorgt, dass wir uns zurückziehen und weniger aktiv sind. Beide Faktoren sorgen dafür, dass viele Frauen in der zweiten Zyklushälfte etwas Gewicht zulegen.

Gegen Ende des weiblichen Zyklus sinkt zudem der Östrogenlevel stark ab, was den Appetit weiter ankurbelt. Auch der Progesteronspiegel sinkt gegen Ende des Zyklus, kurz vor der Monatsblutung, rapide.

Progesteron wirkt harntreibend und sorgt dafür, dass viel Wasser ausgeschieden wird.[4]https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/3179582/ Durch das Abfallen des Progesteronspiegels wird wiederum Wasser eingelagert.

Ein gesteigerter Appetit plus Wassereinlagerung ist eine ungünstige Kombination: Sie sorgt dafür, dass sich Frauen zu dieser Zeit aufgebläht fühlen und an Gewicht zulegen.

Frau mit aufgedunsenem Bauch während weiblichem Zyklus.

Viele Frauen haben kurz vor der Periode auch besonders Appetit auf kohlenhydratreiches Essen wie Nudeln und Brot und auf Salziges. Kohlenhydrate und Salz binden jedoch beide viel Wasser, was die Wassereinlagerung noch verstärken kann. Wenn du die Wassereinlagerungen reduzieren möchtest, solltest du versuchen, gerade diese Lebensmittel zu reduzieren.

Ursachen eines kurzen, langen oder unregelmäßigen Zyklus

Ein weiblicher Zyklus dauert normalerweise 23 bis 35 Tage. Ein Zyklus unter 23 gilt als kurz und einer über 35 Tage als lang. Wenn die Zykluslänge von Zyklus zu Zyklus um mehr als 8 Tage variiert, spricht man von einem unregelmäßigen Zyklus.

Eine Unregelmäßigkeit ist meist auf den Zeitpunkt des Eisprungs zurückzuführen, der stark variieren kann. Die zweite Zyklushälfte ist bei den meisten Frauen sehr konstant und dauert 12-16 Tage. Es gibt allerdings auch Frauen, die unter einer Gelbkörperschwäche leiden. In diesem Fall kann die Monatsblutung bereits weniger als 10 Tage nach dem Eisprung stattfinden.

Es gibt mehrere Faktoren, die die Regelmäßigkeit des weiblichen Zyklus beeinflussen.

Alter

Bei jungen Mädchen in den ersten Jahren nach der ersten Monatsblutung sind unregelmäßige Zyklen völlig normal. Mit der Zeit stabilisiert sich der Zyklus. Zwischen dem 30. und 39. Lebensjahr ist der Zyklus normalerweise sehr regelmäßig. Mit anstehenden Wechseljahren wird der Zyklus ab dem 45. Lebensjahr wieder unregelmäßiger.[5]https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7505142/

Äußere Einwirkungen

Viele äußere Umstände können den Zyklus beeinflussen. Stress ist ein wichtiger Faktor.[6]https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15589774/

  • In Phasen mit viel Stress, egal ob beruflicher oder privater Natur, kommt es oft zu Unregelmäßigkeiten im Zyklus.
  • Auch Leistungssport und eine Diät mit starker Kalorienrestriktion können sich auf den Zyklus auswirken.
  • Und auch wenn Urlaub für dich kein Stress bedeutet: Selbst klimatische Veränderungen können einen Einfluss auf den Zyklus haben.
Der weibliche Zyklus kann  durch klimatische Veränderungen beeinflusst werden.
Sogar eine klimatische Veränderung im Urlaub kann sich auf den Zyklus auswirken.

Bei vielen Frauen dauert es auch nach der Schwangerschaft und nach dem Absetzten der Pille eine Weile, bis der Zyklus wieder regelmäßig wird.

Erkrankungen

Ein unregelmäßiger Zyklus kann auch durch bestimmte Erkrankungen verursacht werden, wie z. B. eine Hyperprolaktinämie (ein zu hoher Prolaktinspiegel), eine Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion, oder Endometriose.[7]https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28670538/[8]https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5980701/

Auch Allergien sind stark mit unregelmäßigen Zyklen assoziiert.[9]https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3658477/ Wenn die Regel sehr häufig ausbleibt, kann Polycystisches Ovar-Syndrom (PCOS) die Ursache sein.[10]https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5659205/

Fazit: Schwankungen im Zyklus und von Zyklus zu Zyklus sind normal

Frauen machen zyklusbedingt viele hormonelle Schwankungen durch. Diese sorgen auch für Gewichtsschwankungen, die einem bei einer Diät einen Strich durch die Rechnung machen können. Sie sind allerdings völlig normal.

Auch ist der Zyklus nicht so regelmäßig, wie viele Menschen vermuten. Unregelmäßige Zyklen sind nicht ungewöhnlich und meist kein Grund zur Besorgnis. In manchen Fällen können sie allerdings auch auf eine Erkrankung zurückzuführen sein.

Viele Frauen leiden vor der Regelblutung unter prämenstruellem Syndrom (PMS). In unserem ausführlichen Artikel über PMS erfährst du, was die Ursachen dafür sind und was du dagegen tun kannst.

FAQ: Weiblicher Zyklus

Was passiert im weiblichen Zyklus?

Der Zyklus besteht aus drei Phasen. In der Follikelphase reifen die Follikel heran und die Gebärmutterschleimhaut wird wieder aufgebaut. In der Eisprungphase findet der Eisprung statt. In der Gelbkörperphase bereitet sich die Gebärmutterschleimhaut auf das Einnisten einer befruchteten Eizelle vor. Wird die Eizelle nicht befruchtet, wird die Gebärmutterschleimhaut mit der Regelblutung abgestoßen.

Wie lange dauert ein Zyklus?

Ein Zyklus dauert im Schnitt 27 Tage. Eine Zyklusdauer von 23-35 Tagen gilt als normal.

Wie berechne ich meinen Zyklus?

Um den Zeitpunkt des Eisprungs zu berechnen, musst du wissen, wie lange dein Zyklus normalerweise dauert und wann der erste Tag deiner letzten Monatsblutung war. Die Monatsblutung tritt circa 14 Tage nach dem Eisprung ein. Die Zeit zwischen dem ersten Zyklustag und dem Eisprung ist die Zykluslänge minus 14 Tage.

Wann beginnt der Zyklus?

Zyklusbeginn ist der Tag, an dem die Menstruationsblutung einsetzt.

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