Intuitiv entschieden

Intuition: Wenn die innere Stimme mitredet

“Ich bin meiner innerer Stimme gefolgt – und es ist schiefgegangen”. Wie oft hast du diesen Satz schon selbst gesagt oder von anderen gehört? Wenn du mich fragst, ich selbst noch nie. Doch die andere Seite der Medaille ist mir gut bekannt. Menschen scheinen oft zu sagen, dass sie eine richtige innere Entscheidung gefällt haben. Aus ihrer Intuition heraus. Aus dem Bauchgefühl heraus. Aus diesem subtilen “Irgendwie-wusste-ich-es-tief-in-mir”- Gefühl heraus.

Doch woher kommt eigentlich diese Intuition? Und können wir ihr immer vertrauen oder ist es manchmal doch besser, mit Hilfe einer gedanklichen Plus-Minus-Liste in guter alter Planwirtschafts-Manier unsere Entscheidungen abzuwägen? Mach dich bereit für eine teil-wissenschaftliche Anstiftung, deinem Bauch zu folgen.

Was ist Intuition? – Eine Definition

Intuition zu definieren ist delikat. Denn gerade der Kern der Intuition umfasst etwas nicht greifbares. Etwas nicht messbares. Etwas, was wir nicht im Mikroskop sehen. Das Schöne dabei? Wir erklären es dir trotzdem.

Zunächst einmal müssen wir zwischen unserem Bewusstsein und Unterbewusstsein differenzieren, um Intuition zu erklären. Denn der Mensch badet in einem Meer aus unbewussten Informationen, die ständig auf uns einwirken.

Allerdings kann unser bewusster Verstand, also das, was wir bewusst verarbeiten, nur einen Bruchteil davon aufnehmen. Das ist natürlich nicht ganz unpraktisch, denn so ist es uns möglich, uns zu konzentrieren und nicht in der Fülle von Reizen unterzugehen.

Der sechste Sinn

Auf der anderen Seite hat dieses große System aber auch einen Nachteil: Wir verlieren den Zugang zu unserem sechsten Sinn. Der sechste Sinn, also jener Begriff, den Albert Einstein prägte, ist die Ebene, die wir nicht durch unsere fünf Standard-Sinne wahrnehmen können.

Man kann diesen sechsten Sinn durchaus mit dem Wort Intuition gleichsetzen. Dabei bedeutet Intuition im Wortstamm, dass wir uns etwas “anschauen”, was nicht durch Reflexion entsteht.

Und genau aus diesem Grund können wir es auch nicht bewusst erklären, was in diesen Momenten passiert, in denen wir Zugang zu unserer Intuition haben. Denn wir befinden uns dann in einem Reich, zu dem der Verstand keinen Zutritt hat. Und so bleibt uns oft nur im Nachhinein die Erkenntnis: “Irgendwie habe ich es doch gewusst”.

Fassen wir daher zusammen: Intuition bedeutet, eine Eingebung zu haben. Eine innere Stimme, die sagt wo es lang geht. Irgendetwas in uns weiß, dass es so ist. Dieses “irgendetwas” kann nur nicht erklären, warum es so ist.

Das Herz: Das Tor zu unser Intuition

Das Herz das Tor zu Intuition

Gibt es wirklich keine logische Erklärung für diese Eingebungen? Doch, die gibt es. Und die Zeichen verdichten sich, dass der Schlüssel dazu in unserem Herzen liegt.

Eine Studie aus dem Jahre 2004 hat gezeigt, dass Informationen, die nicht bewusst verarbeitet werden, einen direkten Einfluss auf unser Herz haben. Dabei hat das Herz quasi “geantwortet”, indem es verstärkt elektro-magnetische Impulse ausgesendet hat.[1]Electrophysiological Evidence of Intuition: Part 1. The Surprising Role of the Heart

Die erweiterte Physik und alternativ-wissenschaftliche Medizin geht daher mittlerweile recht klar davon aus, dass wir Informationen direkt mit unserem Herzen empfangen.

Zudem soll das Herz, laut Erkenntnissen der oben genannten Studie, Informationen nicht nur aufnehmen, sondern diese auch an das Gehirn weiterleiten können, sodass wir in der Lage sind, die Botschaft auch zu empfangen.

Bei Frauen soll diese Kommunikation zwischen Herz und Gehirn übrigens besser aufeinander abgestimmt sein.

Was uns zu der nächsten Frage führt: Ist die Intuition der Frauen “besser” als die der Männer?

Weibliche vs. männliche Intuition

Ist es ein Mythos oder Tatsache, dass Männer eher von Vernunft und Logik geprägt sind und Frauen das intuitive Geschlecht sind?

Nun, da die Intuition wie bereits erwähnt nichts greifbares ist, kann man diese Frage wissenschaftlich kaum beantworten. Stattdessen gibt es mittlerweile eine Menge an Studien und Umfragen, in denen Männer und Frauen dazu befragt wurden, wie sie ihre Intuition einschätzen.

Männliche und weibliche Intuition

Im Großen und Ganzen sind sich Männer und Frauen meist einig, dass das weibliche Geschlecht eine bessere Intuition hat.[2]http://www.report-psychologie.de/news/artikel/typisch-weibliche-intuition-2014-03-05/[3]https://www.theguardian.com/uk/2005/apr/12/science.highereducation[4]Stereotypes About Men’s and Women’s Intuitions: A Study of Two Nations

Jedoch beruht dies einzig und allein auf subjektiver Wahrnehmung und ist möglicherweise von dem allseits bekannten Klischee geprägt, dass Frauen eben eine bessere Intuition haben.[5]Intuition and Moral Decision-Making – The Effect of Time Pressure and Cognitive Load on Moral Judgment and Altruistic Behavior Eine konkrete Aussage gibt es dazu jedoch nicht.

Vermutlich gibt es dennoch Wechselwirkungen zwischen mehreren Faktoren. Denn je nach individuellem Persönlichkeitstyp, Vorerfahrungen, Offenheit gegenüber nicht-rationalem Denken etc. unterscheiden sich sicherlich auch Frauen untereinander, ebenso wie Männer.

Am Ende bleibt eine Erkenntnis – wir können einfach nicht sagen, ob und inwiefern es einen biologischen Unterschied zwischen Mann und Frau in Bezug auf die Fähigkeit zur Intuition gibt.

Die Intuition im Vergleich zum Bauchgefühl

Vielleicht fragst du dich jetzt: “Manchmal merke ich doch aber direkt, dass sich etwas ‘gut’ anfühlt, also kann ich Intuition doch greifen?”.

Auch diese Entscheidungsebene spielt in unserem Leben ein wichtige Rolle. Doch an dieser Stelle geht es nicht mehr um deine Intuition, die über deinen klassischen Sinnen stattfindet, sondern um dein Bauchgefühl.

Das Bauchgefühl ist geerdeter und “gröber” als deine Intuition. Es nährt sich ebenfalls nicht aus deinen argumentativen Gedanken, sondern aus deinen gemachten Erfahrungen. Es speichert diese ab und gibt treffende Signale, wenn du vor einer Entscheidung stehst.

Zum Beispiel mag es sein, dass du bisher gute Erfahrungen mit einem speziellen Ort oder speziellen Menschen gemacht hast. Wenn du nun vor einer Entscheidung stehst, bei der es um ähnliche Faktoren geht, z.B. bei Fragen wie…

  • Möchtest du lieber auf eine Insel oder in eine europäische Stadt in den Urlaub?
  • Kannst du diesem Menschen XYZ vertrauen?
  • Wird dir das Essen in diesem Restaurant schmecken?

…wird sich dein Bauchgefühl melden und dir ebenfalls eine stimmige oder unstimmige Rückmeldung geben.

Wenn du ein gutes Bauchgefühl hast, merken wir das zum Beispiel daran:

  • Dir wird angenehm warm
  • Die Entscheidung fühlt sich eher leicht als schwer an
  • Die Visualisierung der Entscheidung gibt dir im ersten Moment erst einmal mehr Energie, als dass sie dich herunterzieht
  • Du bist geistig frischer und wacher, statt müder

Die Kraft der Intuition: Warum sie unersetzbar ist.

Deine Intuition – als auch dein Bauchgefühl – sind wahre Wunder. Wunder, die uns manchmal Angst machen. Denn auf der einen Seite besitzen diese beiden “Zugänge” das Potenzial, wirklich gute Entscheidungen zu treffen. Doch auf der anderen Seite, können sie uns auch Angst machen. Denn nicht selten haben sie genau die gegenteilige Entscheidung für uns vorgesehen, die unser Verstand gar nicht mag. Ein paar Beispiele:

  • Deine innere Stimme sagt dir, “wechsele deinen Job”, dein Kopf sagt “gefährlich!”
  • Deine innere Stimme sagt dir “triff dich mit diesem Menschen”, dein Kopf sagt “bloß nicht”
  • Deine innere Stimme sagt dir “triff dich bloß nicht mit diesem Menschen”, dein Kopf sagt “könnte ja klappen”
  • Deine innere Stimme sagt dir” ich hätte jetzt gern um 9 Uhr morgens ein saftiges Stück Lachs mit Zwiebeln”, dein Kopf sagt “schon mal auf die Uhr geschaut?”
  • Deine innere Stimme sagt “ich muss jetzt mal die Wahrheit sagen”, dein Kopf sagt “schon mal an die negativen Konsequenzen gedacht?”

An diesen Beispielen sehen wir, dass unsere Intuition oft sehr klare Impulse für uns bereit hält. Informationen, die uns helfen wollen, ein stimmigeres Leben zu führen.

Denn Stimmigkeit ist immer eine individuelle Angelegenheit, die oft so fein strukturiert ist, dass selbst unser eigener Verstand nicht immer die besten Antworten hat.

Was ist also das große Geschenk der Intuition? Es ist das Potenzial, unser Leben immer deutlicher auf uns selbst abzustimmen.

Intuition stärken: So lernst du, auf deine innere Stimme zu hören

Doch wie zapfen wir nun unsere Intuition an? Erst einmal müssen wir verstehen, dass wir unsere Intuition nicht willentlich anzapfen können. Denn der Raum, in dem sie wirkt, liegt in unserem Unterbewusstsein und ist nicht mit Gewalt zu betreten. Wenn du also deine Intuition stärken möchtest, sind jene Übungen zu empfehlen, die dich frei, entspannt und offen in Verbindung mit deinem Unbewussten bringen.

1. Vertraue

Sich selbst zu vertrauen ist nicht immer leicht. Denn eine Garantie dafür, ob eine Entscheidung im Vorfeld richtig ist, gibt es nicht. Dein Verstand wird also vieles dafür tun, dich mit tausenden Gedanken und Ideen zu verwirren. Vielleicht wird er auch eine Menge an Gegenargumenten für dich bereit halten. Denn genau diese Problemlösungs-Funktion ist die evolutionär veranlagte Hauptaufgabe deines Verstandes.

Daher: Stecke mit deinen Argumenten ab, ob deine Entscheidung keine übergefährlichen Konsequenzen mit sich ziehen kann und ob du nicht völlig verrückt geworden bist.

An dieser Stelle ist es ebenfalls ratsam, ein bis zwei gute Freunde zu fragen. Doch wenn du diese Hürde genommen hast – dann vertraue deiner Eingebung. Mach dir klar, dass es keine guten Argumente, für deine intuitive Entscheidung geben kann. Das intuitiv gute Gefühl ist bereits das beste Argument.

2. Vermeide Stress

Stress schadet der Intuition

Stress ist kein guter Ratgeber. Denn er erzeugt Zustände, in denen wir mehr zu Angst und Unsicherheit neigen. Dazu erzeugt er mehr Aktivität im präfrontalen Kortex. Sprich, in Stress neigen wir mehr dazu, zu über-analysieren und die vermeintlich bequemste und sicherste Entscheidung zu treffen.

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In diesem Artikel findest du wunderbare Ideen, wie du Stress entgegenwirken kannst. Eine besonders gute Methode um einerseits weniger Stress und zweitens, einen guten Zugang zu deinem Unterbewusstsein zu erhalten, ist mit Sicherheit eine kurze tägliche Meditationspraxis.

3. Trainiere deine Intuition

Genauso wie Meditation ist das Anzapfen deiner Intuition eine trainierbare Fähigkeit. Die Fähigkeit, loszulassen und sich darauf einzulassen, wird leichter und besser, je öfter du es machst.

Daher fange gern an, deine Intuition in jeder noch so kleinen Alltagssituation zu trainieren. Wen möchtest du jetzt anrufen? Welcher Schritt ist der nächste richtige? Tee oder Kaffee?

Meditation für eine bessere Intuition

Je öfter du Intuition trainierst, umso wahrscheinlicher ist es also, dass der verkopfte Kanal zwischen dir und der richtigen Entscheidung langsam wieder freigespült wird.

Fazit und Extratipp: Entscheide wie ein Samurai

Bitte sieh die Kraft deiner Intuition nicht als Votum gegen deinen Verstand. Dein Verstand hat ebenfalls etliche Superkräfte. Er kann Zahlen analysieren, gute Voraussagungen tätigen oder er gibt dir ein überlebenswichtiges Regel-Konzept im Straßenverkehr.

Doch manchmal gibt es Fragen im Leben, für die gibt es kein Handbuch. Entscheidungen, die abhängig sind vom jeweiligen Moment und Akteur. In diesen Fragen können uns unsere Intuition und unser Erfahrungsschatz des Bauchgefühls extrem wichtige Dienste erweisen.

Vielleicht machen wir es wie die alten Samurai. Es gibt eine Geschichte darüber, wie dieses alte Volk Entscheidungen gefällt hat. Auf der einen Seite standen die einfachen Entscheidungen, die ganz klar mit dem Verstand zu beantworten waren. Lieber bei Rot anhalten? Das Geschenk zum Geburtstag annehmen? Sport machen, wenn man Lust drauf hat?

Diese einfachen Fragen sind simpel mit Ja oder Nein zu beantworten. Doch was ist mit den anderen Fragen? Bei solchen Fragen, bei denen du hin-und-hergerissen bist. Die Samurai hatten folgenden Theorie: Diese Fragen sind deswegen so schwer zu beantworten, weil die Plus- als auch Minusseite der möglichen Antwort rein argumentativ ungefähr ausgeglichen scheint.

Die 7-Sekunden-Regel

Daher haben sie jede schwierige Entscheidung in nur 7 Sekunden gefällt. Ganz einfach, denn wenn die eine Option ungefähr der gleichen Menge an guten Gründen, wie der anderen entspricht, dann ist es doch völlig egal, wofür du dich entscheidest. Dann ist jede Entscheidung richtig !

Anschließend haben sie den Weg betreten, der sich richtiger anfühlt. Sie sind ihrer Intuition gefolgt. Und wer weiß, vielleicht kann das auch ein praktisch-weiser Umgang für dich sein.

Deinen gesunden Menschenverstand zu nutzen. Doch bei Weggabelungen, die darüber hinaus gehen, auf deine innere Stimme zu vertrauen. Oder um mit den Worten aus dem Filmklassiker “Matrix” zu enden: “Die Antwort ist irgendwo da draußen, sie ist auf der Suche nach dir und sie wird dich finden, wenn du es willst.”

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Thema Intuition

Was ist Intuition?

Intuition ist die Fähigkeit, eine Information als stimmig oder unstimmig zu erkennen, ohne dass diese durch den Verstand reflektiert wird.

Wie folge ich meiner Intuition?

Um deiner Intuition besser zu folgen, eignet sich das Training von Intuition in Alltagssituation und Entscheidungen. Doch auch Dinge, die dich in mehr Kontakt zu deinem Unterbewusstsein führen, zum Beispiel Meditation, helfen dir mit hoher Wahrscheinlich sehr beim Aneignen einer “guten Intuition”.

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