Lubrikator mit Garnitur

Lubrikator: Ein weißer Smoothie als Schmiermittel für deine Zellen

Es ist immer das Gleiche. Grüne Smoothies gelten als lecker und gesund. Doch beim Blick auf die Zutatenliste eines weißen Smoothies, auch Lubrikator genannt, verdreht so mancher erst einmal die Augen. Doch wenn die- oder derjenige, diese Mixtur dann probiert, haben wir noch niemanden erlebt, der geschmacklich nicht von den Socken ist. Und wir meinen hier wirklich niemanden.

Was steckt also dahinter? Warum ist die Zutatenauswahl so delikat? Und welches gesundheitliche Potenzial birgt der Lubrikator?

Was ist ein Lubrikator?

Ein Lubrikator ist ein fetthaltiger Smoothie der seit Erfindung des bekannten Paleo-Anhängers Ajus Vonderplanitz, als zelluläres Schmiermittel gilt. Doch kommen wir gleich zur spannenden Frage: Woraus besteht ein Lubrikator?

Zum einen befinden sich im Lubrikator rohe gesättigte Fette. Die Betonung liegt auf “roh” und auf “gesättigt”. Dabei gibt es drei Quellen, die einen erwähnenswerten Anteil dieser Fette enthalten und die im weißen Smoothie eine Rolle spielen:

  • natives Kokosöl bzw. Kokosmus
  • rohe Eier (mindestens Bio-Qualität)
  • Rohmilchbutter von Weidetieren (findest du oft auf Wochenmärkten, Feinkostläden oder in Online-Shops)

Diese Fette sind der Kern des Lubrikators und sollen den gesundheitlichen Mehrwert darstellen. Damit das Ganze auch schmeckt, werden nun noch Früchte und – insofern gewünscht – Gewürze und Superfoods hinzugefügt.

Die Sache mit den rohen Eiern und dem Geschmack

Viele Menschen lassen sich von der Vorstellung der rohen Eier und der Butter zunächst etwas abschrecken. In ihren Köpfen wabert dann oft eine klebrige Idee, die eher an Spiegelei und Co. erinnert. Hier eine Entwarnung: Der Lubrikator, rezeptgetreu hergestellt, hat damit nichts gemein.

Geschmacklich erinnert dieser viel mehr an Kuchenteig, den wir wohl alle gerne in der Kindheit genascht haben oder auch an Tiramisu. Nur ohne Mehl, Zucker und anderen Dinge, die unseren Blutzuckerspiegel Achterbahn fahren lassen.

Rohes Ei essen?

Auch der Mythos der so “gefährlichen” rohen Eier sollte richtig eingeordnet werden. Es ist korrekt, dass vor allem auf der Schale von Eiern Salmonellen vorhanden sein können.

Rohes Ei

Experten, die sich für Lubrikatoren mit rohen Eiern aussprechen, betonen jedoch immer wieder zwei wesentliche Aspekte:

  1. Es ist wichtig, frische Eier zu verwenden und den weißen Smoothie direkt nach der Zubereitung zu trinken. Er sollte nicht noch länger transportiert und schon gar nicht warm werden – das würde das Salmonellenwachstum begünstigen.
  2. Salmonellen produzieren toxischen Schwefelwasserstoff, von dem schon die geringsten Spuren als übler Gestank wahrgenommen werden können. Man sollte beim Zubereiten also genau “hinriechen”, um den Zustand des Eies zu checken.

Keine rohen Tierprodukte, wenn…

Zwei Ausnahmen gibt es dennoch, wo wir vom Verzehr abraten: Manche Menschen, insbesondere mit einer geschwächten oder empfindlichen Verdauung, vertragen die im Eiklar enthaltende Arachidonsäure und möglicherweise auch andere Bestandteile schlechter. In diesem Fall empfiehlt es sich, nur das Eigelb zu konsumieren. Zudem solltest du, wenn du schwanger bist, wie allgemein empfohlen, generell auf rohe tierische Produkte verzichten.

Der Erfinder des Lubrikators

Aajonus Vonderplanitz war ein Aktivist und Ernährungsberater, der sich sehr ausführlich mit roher Nahrung, insbesondere Fleisch und Milch, beschäftigt hat. Nach eigenen Aussagen konnte er dadurch sich selbst und anderen Menschen zu mehr Vitalität und Wohlergehen behelfen.

In seinen Forschungen stieß er dabei auch auf die Forschungen von Weston Price und entwickelte ein püriertes Getränk, welches die Vorteile von rohen gesättigten Fetten mit einem leckeren, cremigen Geschmack vereinen sollte. Aufgrund der scheinbaren Vorteile dieses Getränkes für unsere Zellen und der fettigen Konsistenz nannte er es Lubrikator. Dies bedeutet übersetzt so etwas wie “Schmiermittel”.

Die Forschung von Weston Price

In den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts führte der Zahnarzt Weston Price Studien und Untersuchungen durch, die verschiedene Ernährungsformen verglichen.

Der Forscher besuchte im Zuge dessen Naturvölker, die als besonders gesund und langlebig galten.[1]https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1529695/ Dazu gehörten verschiedene Gruppen, z. B. Eskimos, Naturstämme in Afrika oder im Südpazifik, aber auch Bergbauern in der Schweiz.

Insbesondere war seine Beobachtung, dass diese Völker, die sich sehr naturbelassen ernährten, keine deformierten Kiefer aufwiesen und die Karies-Rate sich unter 1% befand. Bei Vergleichsgruppen, welche Industrienahrung, aber auch denaturierte Fette – also erhitzte – Fette zu sich nahmen, lag die Karies-Rate zwischen 30-40% und es wurden zudem einige typischen Zivilisationskrankheiten festgestellt.

Warum erwähnen wir das an dieser Stelle? Eine seiner Hauptbeobachtungen in der genannten Studie war es, dass alle “gesunden” Naturvölker besonders viele gesättigte Fette in roher Form zu sich nahmen. So soll Price auch beobachtet haben, dass typische Zivilisationskrankheiten verstärkt und Regenerationsprozesse ausgebremst werden, allein wenn erhitztes Protein konsumiert wurde.

Kokosöl mit Löffel
Auch Kokosöl oder Kokosmus ist eine gute Quelle für hochwertige, rohe gesättigte Fettsäuren.

Warum das so ist? Eine Vermutung liegt in der Studie des Schweizer Arztes P. Kouchakoff, der den Begriff der “Verdauungsleukozytose” prägte. [2]https://de.scribd.com/document/253097757/Kouchakoff-Paul-The-Influence-of-Food-Cooking-on-the-Blood-Formula-of-Man

Er fand heraus, dass sich die Leukozyten im menschlichen Körper nach dem Verzehr von Gekochtem oder Gebackenen erhöhen, was für eine klassische Entzündungsreaktion spricht. Beim Konsum von roher Nahrung konnte er diesen Effekt nicht beobachten.

Zudem: Omega-3-Fettsäuren gelten als besonders wichtig für unseren Körper.[3]https://ods.od.nih.gov/factsheets/Omega3FattyAcids-HealthProfessional/#cardiovascular Und diese Fettsäuren sind in der Regel sehr hitzeempfindlich.

Achtung: Dies alles soll nicht unbedingt heißen, dass roh generell besser als gekocht ist – auch, wenn viele Rohkostfans dieser Ansicht sind. Es ist beispielsweise bekannt, dass viele Lebensmittel deutlich besser verdaulich und verwertbar sind, wenn sie vorher gegart wurden.

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Die Vorteile von Lubrikatoren auf einen Blick

Lubrikatoren erscheinen tatsächlich als sehr natürliche Lösung, um den Fettbedarf in der Ernährung zu stillen und gleichzeitig als eine Art Schmiermittel für die Zellen wirken.

1. Entgiftung durch rohe gesättigte Fette

Rohe gesättigte Fette gelten als prädestiniert fettlösliche und wasserunlösliche Gifte im Körper zu binden.[4]https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/6510237/ Der Vorteil: Die Entgiftung soll laut Meinungen verschiedener Experten aufgrund der hohen Bindungsfähigkeit sehr sanft ablaufen und nicht wieder bei anderen Kuren starke Reaktionen hervorrufen.

2. Bessere Hydrierung deiner Zellen

Laut den Beobachtungen von W. Price soll es durch rohe Fette – im Gegensatz zum Konsum von ungesättigten Pflanzenölen – ebenfalls zu einer besseren Wasserversorgung der Zellen kommen. Eine neue Unterlegung durch Studien steht hier sicherlich noch aus. Allerdings gehen Erfahrungsberichte von Menschen, die sich “lubrikatorgerecht” ernähren, in eine ähnliche Richtung.

3. Weniger Heißhunger

Ebenso bestätigen Erfahrungsberichte die Vermutung von Price, dass die rohen Fetten Heißhungerattacken auf Süßes vermindern.

Lubrikator zubereiten: Welche Zutaten gehören (nicht) hinein?

Ein Lubrikator ist schneller und einfacher fertig gezaubert, als du vielleicht denkst. Im Folgenden erfährst du die Grundsätze, die du dabei beachten solltest.

In den Lubrikator gehören folgende Fettquellen:

  • Kokosöl oder Kokosmus (enthält die antientzündliche Laurinsäure und gilt mit hohem Anteil von MCTs als gesundheitlich sehr wertvoll)
  • rohe Eier (mit hohem Anteil des Stoffes Cholin, welcher Baustein für den wichtigen Neurotransmitter Acytylcholin (für Muskeln und Nerven) ist)
  • Rohmilchbutter (achte hier bitte auf Weidequalität mit Gras – oder Heufütterung aufgrund des wichtigen Omega-3-zu-6-Verhältnisses und auch darauf, dass die Butter keinesfalls doch während der Produktion über 40 Grad erhitzt wurde)

In den Lubrikator gehören folgende Geschmacksquellen:

  • Früchte je nach deinem Gusto. Insbesondere bieten sich (gefrorene) Mango-Stücke, Erdbeeren oder Himbeeren an. Auch eine Banane und eine Scheibe Zitrone sind echte Klassiker.

In den Lubrikator gehören folgende Superfoods und Gewürze:

  • Hanfsamen (sind dazu eine weitere exzellente Fettquelle)
  • Nüsse
  • Kakaopulver oder Kakaonibs
  • Mandeln
  • Gewürze wie Zimt oder Vanillie

Diese Dinge gehören nicht in den Lubrikator:

  • Pflanzenöle
  • zusätzliche Milch (pflanzlich oder tierisch)
  • Gemüse
  • Dinge, auf die wir selbst gar nicht kommen würden (z. B. Fleisch, Fisch oder Sauerkraut)
Lubrikator mit Deko

3 Lubrikator Rezepte zum Selbermachen

Bevor wir dir gleich drei Rezepte vorstellen, noch ein paar grundsätzliche Tipps:

  • Du kannst, insofern die Früchte oder rohen Eier noch nicht ausreichen, ein wenig Wasser hinzugeben. Meistens reicht der Wassergehalt der verwendeten Zutaten aber bereits aus.
  • Es empfiehlt sich mit Fettquellen und Früchten zu starten, den Superfood-Anteil aber experimentell langsam zu steigern. Denn ansonsten hast du bereits am Anfang gefühlt eher ein Müsli statt einen weißen Smoothie im Mund.
  • Am besten verwendest du zum Mixen einen Hochleistungsmixer. Solltest du keinen haben, ist auch ein normaler Haushaltsmixer ok. Achte dann bitte darauf, deinen weißen Smoothie mindestens 40 Sekunden auf höchster Stufe zu pürieren.
  • Spezialtipp: Kokosmus macht deinen Lubrikator in der Regel cremiger als Kokosöl.

1. Der Winterliche

  • 2 EL Kokosmus oder Kokosöl oder 1 EL Rohmilchbutter
  • 2 rohe Eier
  • eine handvoll Mango (gern auch tiefgekühlt)
  • eine Banane
  • ein wenig Zitrone
  • Kakao-Nibs und/oder Prise Vanille

2. Der Rote

  • 2 EL Kokosmus oder Kokosöl oder 1 EL Rohmilchbutter
  • 2 rohe Eier
  • eine handvoll Beeren (Himbeeren, Erdbeeren und/oder Blaubeeren)
  • eine Scheibe Zitrone oder der Saft einer ganzen Zitrone

3. Der Vegane

  • 3 EL Kokosmus oder Kokosöl
  • eine Banane
  • ein Apfel oder eine Birne
  • ein wenig Zitrone
  • nach Bedarf Hanfsamen und/oder Nüsse bzw. Mandeln
Lubrikator vegan mit Banane

Fazit: Lecker, gesund und sättigend

Zugegeben, diese Bezeichnung mag ein wenig nach Kochstudio statt Biohacking klingen. Doch an sich trifft sie es genau. Denn der Lubrikator ist eine Zwischenmahlzeit, welche auch als Hauptmahlzeit durchgehen könnte. Dazu stillt sie wohl den instinktiven Fettbedarf auf cremige Art und Weise. Dazu gesellen sich nach dem aktuellen Erfahrungsstand noch Vorteile zur Entgiftung, zellulären Wasserversorgung und Schutz der Zellmembranen.

Was den Geschmack angeht, bleibt nur zu sagen – der ist wie immer sehr individuell zu bemessen. Allerdings solltest du dich nicht von eventuellen Vorurteilen abhalten lassen und einfach mal probieren, ob der weiße Smoothie auch etwas für deine Ernährung sein könnte.

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