Nachtschattengewächs Aubergine

Nachtschattengewächse – Potentielle Entzündungsquelle

Kartoffeln und Tomaten gehören in jeden Haushalt, oder? Jedoch bergen sie Gefahren für Menschen mit einem empfindlichen Darm. In diesem Artikel möchte ich dir erklären, was Nachtschattengewächse sind. Du erfährst, warum einige Menschen diese Pflanzen komplett von ihrem Speiseplan streichen sollten, um gesund und leistungsfähig zu bleiben (oder zu werden). Und ich zeige dir wie du heraus findest, ob du zu diesen Menschen gehörst.

Nachtschattengewächse – Die unterschätzte Gefahr?

Es ist mal wieder ein perfektes Beispiel dafür, dass es nicht die “perfekte Ernährung für Jedermann” gibt und wir alle verschieden funktionieren. Nicht nur im Kopf, sondern auch im Körper.

Du wirst sicherlich schon von den Nachtschattengewächsen gehört haben – zumindest im Zusammenhang mit der Tollkirsche oder der Engelstrompete.

Auch im Supermarkt triffst du auf Nachtschattengewächse. Diese sind zwar nicht tödlich, enthalten allerdings Giftstoffe die in einigen Menschen Entzündungsreaktionen auslösen können. Speziell Menschen mit einem durchlässigen Darm und Autoimmunerkrankungen haben eine starke körperliche Reaktion auf diese Giftstoffe.1)Potato Glycoalkaloids Adversely Affect Intestinal Permeability and Aggravate Inflammatory Bowel Disease

Erst durch den gezielten Verzicht bemerken einige Menschen erst, wie sehr diese Pflanzen ihnen schaden. Achtung: Ich sage EINIGE Menschen. Nicht Alle. Wie du herausfindest, ob du zu diesem Personenkreis gehörst, kannst du weiter unten lesen.

Tomaten in verschiedenen Formen und Farben. Allesamt Nachtschattengewächse.

Nachtschattengewächse Liste

Einige Lebensmittel, die sich erstmal sehr gesund anhören, sind Nachtschattengewächse. Dazu zählen:

  • Kartoffeln (jedoch keine Süßkartoffeln)
  • Tomaten
  • Auberginen
  • Paprika
  • Chilischoten
  • Goji-Beeren
  • Pfeffer

Versteckte Nachschattengewächse sind zudem in einigen Gewürzen. Daher immer die Inhaltsangaben lesen. Begriffe wie “Gewürze” oder “Natürliche Aromen” können für Nachtschattengewächse stehen.

Wie wirken Nachtschattengewächse?

Nachtschattengewächse können für einige von uns schädlich sein. Eine gesunde Person mit wenig Entzündungsreaktionen im Körper, einem guten Immunsystem und einem gesunden Verdauungstrakt, kann oft und ohne Probleme Nachtschattengewächse essen.

Die Gefahr liegt in speziellen Stoffen in Nachtschattengewächsen – allen voran Alkaloide.2)The Bitter Side of the Nightshades: Genomics Drives Discovery in Solanaceae Steroidal Alkaloid Metabolism Es handelt sich dabei um ein natürliches Insektizid, das die Pflanze vor Insekten schützen soll, indem es ihre Zellmembranen zerstört.

Leider hat dieser Stoff einen ähnlichen Effekt im Menschen. Es erhöht die Entzündungsreaktionen und führt in einigen Fällen zu einer Überreaktion unseres Immunsystems. Dadurch wird die Durchlässigkeit des Darms erhöht und kann im Leaky Gut Syndrom enden. (Durchlässiger Darm)

Wenn du gesundheitliche Probleme hast, speziell wenn du an einer Autoimmunerkrankung leidest, können Nachtschattengewächse den Krankheitsverlauf verschlimmern.

Bereits kleine Mengen können starke Auswirkungen haben

Menschen, die eine starke Immunreaktion auf Nachtschattengewächse haben, sollten selbst kleinste Mengen meiden. Das wird besonders dann klar, wenn man eine Zeit lang (zum Beispiel während der Ausschluss-Diät, die du weiter unten kennenlernst) komplett auf Nachtschattengewächse verzichtet und dann wieder einführt.

Durch den Verzicht wird die Quelle der chronischen Entzündungsreaktion eliminiert. Führt man diese nun wieder ein, kommt es zu einer akuten Reaktion, die sehr deutlich spürbar ist.

Wenn du auf dem Weg zu optimaler Gesundheit und haufenweise Energie bist, solltest du bei einer Sensitivität auf das Lebensmittel komplett verzichten.

Welche Symptome sind charakteristisch für eine Sensitivität?

Viele der genannten Symptome sind sehr allgemein und können viele Ursachen haben. Der Vollständigkeit halber möchte ich sie trotzdem aufzählen. Diese helfen auch beim Erkennen der Sensitivität in der nachfolgend erklärten “Ausschluss-Diät”.

Die Symptome umfassen:

  • Muskelverspannungen
  • Gelenkschmerzen
  • Schlaflosigkeit
  • Hautausschläge
  • Herzbrennen
  • Magenbeschwerden
  • Verdauungsprobleme
  • Kopfschmerzen
  • Depressionen

Wie finde ich heraus, ob ich Nachtschattengewächse nicht vertrage?

Es gibt leider noch keinen Schnelltest, den man mal eben beim Arzt durchführen könnte. Aus diesem Grund ist die einzige Möglichkeit, die Sensitivität festzustellen eine, spezielle Diät einzuhalten, in der man für mindestens 30 Tage auf alle Nachtschattengewächse verzichtet.

Nach diesen 30 Tagen kannst du Nachschattengewächse wieder in deine Ernährung einführen. Dies tust du, indem du für 2 Tage jeweils zum Mittagessen und zum Abendessen Nachtschattengewächse verzehrst. Danach verzichtest du wieder auf Nachtschattengewächse.

In den nächsten 3 Tagen achtest du auf mögliche Symptome und notierst diese.

Nun stellst du dir zwei wesentliche Fragen:

Hast du dich während der 30 Tage des Verzichts steigend besser gefühlt? Hast du Verschlechterungen verspürt, als du die Nachtschattengewächse wieder eingeführt hast?

Wenn du diese Fragen mit “Ja” beantworten kannst, reagierst du auf das Gift der Nachschattengewächse. In diesem Fall solltest du darüber nachdenken, in Zukunft auf dieses “Lebensmittel” zu verzichten.

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Welche Alternativen gibt es zu gängigen Nachtschattengewächsen?

Da die klassischen Nachtschattengewächse wie Kartoffeln, Tomaten und Paprika einen Großteil des Gemüses in Deutschland ausmachen, ist es eine kleine Herausforderung, passende Alternativen zu finden.

Um dir den Umstieg leichter zu gestalten, möchte ich dir einige eigene Ideen mit auf dem Weg geben.

Für die Kartoffel kannst du als Alternative stärkehaltiges Wurzelgemüse verwenden. Süßkartoffeln und Karotten bekommt man beispielsweise in jedem Supermarkt. Diese kannst du ähnlich wie Kartoffeln zubereiten. Auch Pommes lassen sich daraus zubereiten. Sie haben einen intensiveren Geschmack und die Kohlenhydrate liefern länger Energie. Kürbis oder Pastinaken gibt es je nach Saison und Supermarkt auch im Sortiment.

Süßkartoffelpommes sind eine perfekte Alternative zu Kartoffeln und sind keine Nachtschattengewächse.
Süßkartoffelpommes

Die Aubergine kannst du ganz einfach durch eine Zucchini ersetzen. Sie kommt geschmacklich an die Aubergine heran, auch wenn die Konsistenz etwas anders ist. In Rezepten kannst du die Aubergine 1-zu-1 gegen Zucchinis austauschen.

Nun bleiben noch die Paprika und die Tomate übrig. Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich speziell zu diesen beiden Gemüsesorten keinen wirklichen Ersatz gefunden habe, der nur annähernd an den Geschmack heran kommt. Es gibt allerdings einige Rezepte zu Ketchup oder Saucen ohne Tomaten, die ich noch nicht ausprobiert habe. Du findest sie im Internet unter dem Suchbegriff Nomato Sauce.

Gesund oder ungesund? Weitere Lebensmittel und Ernährungsformen auf dem Prüfstand

Ist Fett eigentlich gesund? Und wie sieht es mit Milch und Getreide bzw. Gluten aus? Auch Eier werden manchmal als schlecht verträglich bezeichnet, was ist dran? Den Fragen gehen wir in gesonderten Artikeln auf den Grund, zu denen du mit einem Klick auf die jeweiligen Begriffe kommst. Auch über die Ernährungsformen vegan und Low Carb haben wir einen Artikel für dich.

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Quellenverzeichnis   [ + ]


2 Kommentare zu “Nachtschattengewächse – Potentielle Entzündungsquelle

  1. Heidi sagt:

    Dieser Artikel hat mir sehr geholfen, vor allem weil ich jeden Allergietest “bestanden” hatte und ich aber der festen Überzeugung war/bin, dass ich Paprika und ganz besonders Tomaten nicht vertrage. Aber wie ich jetzt lese, muss es nicht gleich eine Allergie sein. Und wenn man eine Unverträglichkeit hat, lässt man die Sachen einfach weg oder lebt mit den Symptomen. Manchmal kann man halt nicht komplett verzichten, aber allzu große Mengen dürfen es nicht sein!

    • Nicole Pilch, M.Sc. sagt:

      Hallo Heidi,
      freut uns, dass du hier Antworten gefunden hast. Du hast recht, oft ist bei solchen Geschichten einfach ein bestimmtes Maß einzuhalten, mit dem man dann noch leben kann. Und wenn es gar nicht geht, lässt man die Lebensmittel eben ganz weg. Wenn dafür unangenehme Symptome sich verabschieden, ist das für die meisten Menschen der schönere Weg.

      Viele Grüße
      Nicole von Primal State

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