Paar umarmt sich

Oxytocin: Ein Glückshormon mit Kuschelfaktor

Hast du dich schon mal gefragt, warum eine Umarmung so guttut und dafür sorgen kann, dass du dich sofort besser fühlst? Dafür ist Oxytocin verantwortlich; ein Glückshormon, das bei körperlicher Nähe freigesetzt wird.

Hier erfährst du, was Oxytocin ist, wie es wirkt und wie du seine Freisetzung fördern kannst.

Was ist Oxytocin?

Oxytocin ist als Kuschelhormon bekannt, da es unter anderem bei körperlicher Nähe ausgeschüttet wird. Da es Glücksgefühle hervorruft, zählt es zu den Glückshormonen. Du kennst es sicherlich, dass du dich bei Körperkontakt zu einer Person, die dir nahesteht, plötzlich viel besser fühlst. Das ist auf Oxytocin zurückzuführen.

Dabei handelt es sich um ein Hormon, aber auch um einen Botenstoff im Gehirn (Neurotransmitter). Als Hormon wird es über die Blutbahn im Körper verteilt und wirkt dabei auf viele Zellen und Organe. Als Neurotransmitter vermittelt es die Signalweiterleitung zwischen Nervenzellen.1)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2689929/

Oxytocin Strukturformel
Struktur von Oxytocin

Die Wirkung: Darum zählt es zu den Glückshormonen

Oxytocin ist also für die Glücksgefühle verantwortlich, die wir bei sozialen Begegnungen spüren. Außerdem fördert es Vertrauen, soziale Bindungen und Treue. Es spielt beispielsweise bei der Mutter-Kind-Bindung eine wichtige Rolle und bei der Beziehung zum Lebenspartner.2)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5815947/

Zudem sorgt das Hormon für eine bessere Wahrnehmung und Interpretation von Emotionen unserer Mitmenschen.3)https://link.springer.com/chapter/10.1007/7854_2017_20 Es fördert also die soziale Intelligenz. Generell hat es einen verstärkenden Effekt auf Gefühle. Das ist nicht immer positiv. Beispielweise kann das Hormon unter gewissen Umständen auch Angst verstärken.4)https://www.nature.com/articles/s41467-017-02279-5

Wirkung auf den Körper

Aber dieses Bindungshormon wirkt nicht nur auf unsere Psyche, sondern auch auf körperlicher Ebene. Es reguliert den Blutdruck und vermindert die Ausschüttung von Stresshormonen wie z. B. Cortisol.5)https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S00796123023902416)https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15834840/ Es ist also keine Einbildung, dass du dich bei körperlicher Nähe entspannter fühlst. Dies lässt sich auf physiologischer Ebene gut nachvollziehen.

Außerdem wirkt es entzündungshemmend und fördert die Wundheilung.7)https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20012748/ Bei der entzündungshemmenden Wirkung von Oxytocin spielt übrigens auch GABA eine Rolle, der als der beruhigende Neurotransmitter bekannt ist.8)https://www.nature.com/articles/srep35659

Das Hormon aktiviert auch endogene Opioide (Endocannabinoide), wodurch das Belohnungszentrum aktiviert und Schmerzen gelindert werden.9)https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26504214/

Wann wird Oxytocin freigesetzt?

Oxytocin wird vor allem bei sozialen Interaktionen mit Menschen, denen wir uns nahe fühlen, ausgeschüttet. Auch bei Körperkontakt und beim Sex, insbesondere beim Orgasmus, wird Oxytocin freigesetzt.

Andere Situationen, in denen das Hormon eine wichtige Rolle spielt, sind die Geburt und das Stillen (siehe unten).

Auch der Vagusnerv – ein langer Hirnnerv, der auf fast alle inneren Organe wirkt – hat Einfluss auf die Ausschüttung des Hormons.10)https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/3409055/ Der Vagusnerv wird beispielsweise durch Yoga und kaltes Duschen aktiviert.11)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3768223/

Was passiert bei einem Mangel an Oxytocin?

Da Oxytocin für soziale Interaktionen und Bindungen eine so große Rolle spielt, ist es nicht verwunderlich, dass sich ein Mangel auf das soziale Verhalten auswirkt.

Mutter mit ihrem Baby

Eine Studie hat beispielsweise gezeigt, dass ein Antagonist (ein Gegenspieler, der die Wirkung von Oxytocin hemmt) dafür sorgt, dass Mütter gegenüber ihren Kindern kein typisches fürsorgliches Verhalten zeigen.12)https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0018506X05002850

Mutationen im Oxytocinreceptor (wodurch das Hormon nicht wirken kann) führen zu unsozialem und aggressivem Verhalten.13)https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0018506X12001481

Ein Mangel ist außerdem stark mit psychischen und mentalen Erkrankungen, Bindungsunfähigkeit, Angststörungen und Autismus assoziiert.14)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4120070/

Wodurch ein Oxytocin-Mangel entsteht, ist nicht ganz geklärt. Allerdings scheinen genetische Faktoren, also Veränderungen des Erbguts, eine Rolle zu spielen, da die für einen Mangel typischen psychischen Erkrankungen oft familiär gehäuft auftreten.

Gibt es Unterschiede zwischen Mann und Frau?

In Bezug auf die Bindung wirkt Oxytocin bei Männern und Frauen ähnlich.

Männer mit hohem Oxytocinspiegel nehmen ihre Partnerin als attraktiver wahr.15)https://www.pnas.org/content/early/2013/11/22/1314190110 Beim Anblick der eigenen Partnerin wird das Belohnungszentrum aktiviert, was Männer davon abhält, mit anderen Frauen zu flirten.16)https://www.jneurosci.org/content/32/46/16074.abstract

Allerdings kann Testosteron das Bindungshormon Oxytocin hemmen.17)https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23685236/ Dies ist bei der Jagd förderlich, da Oxytocin Mitgefühl fördert. Vielleicht steckt also ein Körnchen Wahrheit darin, wenn Frauen das Gefühl haben, dass Männer nicht so leicht Bindungsgefühle entwickeln.

Unterschiede auf körperlicher Ebene

Auf körperlicher Ebene gibt es allerdings einige Unterschiede bei der Wirkung. Bei Männern kann das Hormon in den Hoden synthetisiert werden. Es stimuliert die Erektion und fördert die Freisetzung der Spermien.18)https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/8713973/

Bei der Frau erhöht das Hormon Östrogen den Oxytocin-Spiegel und die Zahl der Rezeptoren, an die Oxytocin bindet, wodurch dessen Wirkung verstärkt wird. Oxytocin spielt unter anderem bei der Reifung der Eizellen eine Rolle.19)https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/10730982/

Funktion in der Schwangerschaft

Bei Frauen hat Oxytocin außerdem bedeutende Funktionen während und nach der Schwangerschaft. Es regt die Muskelkontraktionen während der Wehen bei der Geburt an.20)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4982443/ Außerdem stimuliert es beim Stillen die Milchfreisetzung.21)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK501490/ Nicht zuletzt ist das Hormon für die Bindung zwischen Mutter und Kind von zentraler Bedeutung.

Wenn bei der Geburt nicht ausreichend Oxytocin freigesetzt wird, zieht sich die Muskulatur der Gebärmutter nicht ausreichend zusammen, die dem Baby normalerweise hilft, auf die Welt zu kommen.

Mangelndes Oxytocin nach der Geburt kann außerdem zu Problemen beim Stillen führen. Auch besteht ein enger Zusammenhang zwischen Oxytocin-Mangel und Wochenbettdepressionen. Dabei handelt es sich um ein Stimmungstief nach der Geburt, dass sich über mehrere Wochen bis Jahre hinziehen kann.

Oxytocin kaufen: Darauf solltest du achten

Da Oxytocin so viele positive Auswirkungen auf Körper und Seele hat, stellt sich natürlich die Frage, ob man es von außen zuführen kann, um den Oxytocin-Spiegel zu erhöhen.

Oxytocin Spritzen und Nahrungsergänzungsmittel

Oxytocin gibt es als Medikament. Dessen Hauptanwendung liegt bei der Geburt, um Wehen auszulösen.22)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4982443/

Außerdem wird es in allen möglichen Formen angeboten: z. B. als Nasenspray, Tropfen, Tabletten oder Globuli.

Wenn es darum geht Glücks- oder Bindungsgefühle auszulösen, ist die Wirksamkeit allerdings nicht gut nachgewiesen und es kann sogar das Gegenteil der gewünschten Wirkung auslösen.

Ein Grund, warum Oxytocin als Supplement fragwürdig ist: Es kann die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden. Oxytocin, das auf unsere Gefühle wirkt, wird normalerweise im Gehirn produziert. Es gibt zwar einzelne Studien, die suggerieren, dass Oxytocin die Erfolgsquote von Paartherapien verbessern könnte, aber dies gilt nicht als erwiesen.23)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3935449/

Glückshormone, die durch zwischenmenschliche Beziehungen ausgelöst werden, lassen sich also nicht so leicht durch künstliche Präparate ersetzen.

Die bessere Lösung für mehr Glücksmomente

Bei der Entstehung von Glücksgefühlen sind allerdings zahlreiche Hormone und Neurotransmitter beteiligt. Den meisten Menschen ist nicht bewusst, dass die Entstehung von Gefühlen auch handfeste Grundlagen hat. Denn zur Herstellung von Neurotransmittern und Hormonen benötigt der Körper Nährstoffe. Aus diesem Grund können Nährstoffmängel auch psychische Probleme auslösen.

Es ist also wichtig, dafür zu sorgen, dass dein Körper alle Nährstoffe bekommt, die er zur Herstellung dieser Moleküle benötigt. Zu diesem Zweck hat Primal State das Nootropikum Daily Flow entwickelt. Es enthält wichtige Bausteine, um die Neurotransmitter Dopamin, Serotonin, Acetylcholin und GABA herzustellen, die alle für unser Wohlbefinden essentiell sind. Hier kommst du zu Daily Flow.

So kannst du deine Oxytocin-Produktion anregen

Auf folgende Weise kannst du die Oxytocin-Freisetzung stimulieren:

  1. Kuscheln
  2. Sex
  3. Jemanden umarmen
  4. Jemandem helfen
  5. Jemandem ein Geschenk machen
  6. Zeit mit Menschen verbringen, die dir nahe sind
  7. Einen Hund (oder ein anderes Tier) streicheln
Kleiner Junge umarmt einen Hund

Übrigens: Wusstest du, dass die Bindung zwischen Hund und Mensch ebenfalls zu einem großen Anteil auf Oxytocin zurückzuführen ist? Jede positive Art der sozialen Interaktion wie streicheln und kuscheln sorgt sowohl beim Hund als auch beim Menschen für einen Oxytocin-Ausstoß.24)https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6826447/

Fazit: Oxytocin wirkt auf Körper und Seele

Oxytocin ist ein Glückshormon, das Nähe und soziale Bindungen fördert. Es löst allerdings nicht nur Glücksgefühle aus, sondern hat auch viele positive Effekte auf körperlicher Ebene. Es zu supplementieren ist allerdings schwierig: Die Wirkung zwischenmenschlicher Beziehungen lässt sich nicht einfach durch Nahrungsergänzungsmittel ersetzen.

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