Frau im Zustand des Glücks

Was ist Glück? Der Dalai Lama packt aus (+ Sprüche und Zitate)

Laut World Happiness Report sind die Deutschen dieses Jahr in Sachen Glück gerade einmal auf Platz 17 gelandet.1)https://www.deutschlandfunkkultur.de/psychologie-was-uns-gluecklich-macht.2147.de.html?dram:article_id=471879 Gewinner sind erneut ganz klar die Länder Skandinaviens. Es gibt also durchaus Versuche, die Glückslevel der Menschen zu messen und zu ranken.

Was Glück und Zufriedenheit denn nun wirklich sind, und dass dies auch Interpretationssache ist, steht auf einem anderen Blatt.

Wir sind der Meinung: Einer muss es wissen, nämlich der Dalai Lama. Mit ihm wollen wir mal in uns gehen, um nach Einstellungen zu suchen, die uns von äußeren Faktoren unabhängiger machen.

Was ist Glück nach allgemeiner Definition?

Natürlich gibt es allgemeine sowie politische und wirtschaftliche Faktoren, die Glück grundsätzlich begünstigen: Eine hohe Lebenserwartung, Vertrauen in den Staat, Gleichheit, finanzielle Absicherung, Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft, und sicher auch die erfüllte Partnerschaft und Familie. Klar ist, dass Grundbedürfnisse erfüllt sein müssen. Auch Erfolge und das Erreichen von Zielen können eine Rolle spielen.

Das Thema kann aber auch abstrakt werden. Es gibt viele Ausführungen und das Thema Glück ist nicht immer greifbar. Vielleicht ist es ja für jeden Menschen etwas ganz unterschiedliches? Natürlich ist die konkrete Gestaltung unseres Lebens individuell, wenn sie zum Glück führen soll.

Es gibt jedoch ein paar Grundsätze, um glücklich zu sein. Hier lohnt sich übrigens auch ein Blick in unseren Artikel “Anleitung zum Glücklich sein“, in dem du die Säulen eines glücklichen Lebens kennenlernst.

Die gemeinnützige Organisation Action for Happiness, deren Mitglieder in 180 Ländern vertreten sind, setzt sich aktiv dafür ein, Glück zugänglich zu machen. AfH erklärt, dass „Glück bedeutet, sich im Leben gut zu fühlen und weiterhin so leben zu wollen. Unglücklichsein bedeutet, sich schlecht zu fühlen und zu wollen, dass sich die Dinge ändern.“ Die Organisation ist überzeugt, dass sich Fähigkeiten erlernen lassen, die zum Glück beitragen.2)https://www.actionforhappiness.org/ Dies ist längst auch wissenschaftlich bestätigt worden.

Ihr Schirmherr ist übrigens, du ahnst es: der Dalai Lama.

Wer ist der Dalai Lama? – Leicht verständlich erklärt

Dalai Lama

Der Dalai Lama, um genau zu sein der 14. Dalai Lama, ist ein buddhistischer Mönch – vermutlich der zurzeit bekannteste und bedeutendste. Er ist Gelehrter und sehr an wissenschaftlichen Erkenntnissen interessiert.

In jeder Hinsicht eine ziemlich bemerkenswerte Persönlichkeit: Er heißt Tenzin Gyatso, wurde 1935 in Tibet geboren und mit nur vier Jahren inthronisiert. Wer den Film Sieben Jahre in Tibet gesehen hat, erinnert sich vielleicht an den kleinen Jungen, den der strohblonde Österreicher Heinrich Harrer (gespielt von Brad Pitt) während des Zweiten Weltkriegs trifft, als er in Tibet unterkommt. Der Film basiert auf einer wahren Geschichte: Über mehrere Jahre wurde Harrer zum Lehrer des jungen Dalai Lama und blieb bis zu seinem Tod mit ihm befreundet.

Von sich selber sagt der Dalai Lama ehrlicherweise, dass er als Kind kein Interesse an der buddhistischen Lehre hatte, und das als offiziell höchste Wiedergeburt des vorherigen Dalai Lama! Erst mit ungefähr 16 Jahren entwickelte er ernsthafte Empfindungen für den Buddhismus.

Wie üblich, wurde er zum geistlichen Oberhaupt der Tibeter und Oberhaupt der Regierung Tibets, zumindest bis 2011. Jedoch ging er wegen politischer Konflikte mit China zusammen mit der Regierung damals ins Exil nach Indien, wo er noch immer ist. Er setzt sich für die Autonomie Tibets innerhalb von China ein und hat einen jahrzehntelangen, andauernden und frustrierenden Kampf hinter sich.

Seit 1989 ist er sogar Friedensnobelpreisträger.

Den Dalai Lama bloß als isolierten Heiligen zu sehen, der jenseits aller weltlicher Probleme den ganzen Tag meditieren kann, ist also in keinster Weise richtig. Er reist viel, hält Vorträge und veröffentlicht Bücher. Außerdem trifft er berühmte und einflussreiche Leute und politische Anführer genauso wie vermeintlich unbedeutende, gewöhnliche Menschen. Jedem davon begegnet er mit dem gleichen Maß an Aufmerksamkeit und Neugierde.

Mit dem Leid dieser Welt ist er täglich konfrontiert, und verliert doch nicht seinen Humor, seine Freude und vor allem sein Mitgefühl. Nach tiefer Trauer kann er schnell wieder positivere Gefühle empfinden, ein Beweis seiner emotionalen Flexibilität und Ergebnis jahrzehntelanger, intensiver Meditation. Es lohnt sich also, seine gelebte Vorstellung von Glück genauer zu betrachten.

Was ist Glück? Lebensweisheiten des Dalai Lama

Basierend auf vielen Gesprächen und Treffen an den verschiedensten Orten gibt der Psychiater Howard C. Cutler in seinem Buch mit und über den Dalai Lama, mit dem Titel “The Art of Happiness“, einen umfassenden Einblick in dessen Glücksverständnis.3)HH Dalai Lama, Howard C. Cutler (1999): “The Art of Happiness. A Handbook for Living.” London: Hodder and Stoughton.

Die Basis des Glücks: Grundsätze als Kompass

Grundsätzlich geht der Dalai Lama laut Cutler von diesen fundamentalen Glaubenssätzen aus:

1. Ich bin ein menschliches Wesen.

2. Ich möchte glücklich sein und nicht leiden.

3. Andere Menschen möchten ebenfalls, wie auch ich, glücklich sein und nicht leiden.

Hier zeigt sich, auf welche Weise ein Gefühl des Mitgefühls und der Verbundenheit mit allen Menschen entsteht. Dieses Gefühl dient als Basis zum freien und flexiblen Umgang mit der großen Palette an Erlebnissen und auch Problemen, die – ausnahmslos! – bei jedem von uns im Alltag aufkommen. Also auch als Basis für Glück, das überhaupt nicht davon abhängt, problemlos und unbehelligt durchs Leben zu marschieren.

Diese Glaubenssätze sind für den Dalai Lama wie ein Kompass, mit dem er durch Begegnungen, Gespräche, Gedanken und Entscheidungen navigiert. Stets ruft er sich die Gleichheit mit dem Gegenüber in Erinnerung: das Menschsein, die Geburt und den Tod, den alle gleichermaßen durchlaufen, die gleichen fundamentalen Wünsche.

Intimität und Verbundenheit

Unterschiedliche Religionen, Hautfarben und Kulturen rücken dadurch für ihn in den Hintergrund und stehen keiner Kommunikation im Wege. Auf diese Weise ist der Dalai Lama in der Lage, sich mit vielen, wenn nicht allen Menschen verbunden zu fühlen.

Er kennt tatsächlich keine Einsamkeit, obwohl (oder gerade weil) er gewissermaßen als Flüchtling und dazu seit jeher ohne Partnerschaft oder Liebe in unserem westlichen Verständnis lebt. Stattdessen teilt er Gefühle und Gedanken mit vielen – egal ob Küchenpersonal, Tutoren oder Freunden.

Verbundenheit und Gleichheit als Voraussetzung für Glück

Compassion: Mitgefühl und Güte sind alles

Dies in unserem Alltag einzusetzen, kann uns von Einsamkeit als einer der hartnäckigsten Mauern zwischen uns und dem Glück befreien. Die Wichtigkeit der Güte und des Mitgefühls mit sich und anderen kann nicht oft genug betont werden.

Mitgefühl bedeutet in den Worten des Dalai Lama, eine “gewaltlose, nicht schadende, nicht aggressive mentale Einstellung zu haben”. Sie ist von Respekt, Engagement und Verantwortung uns und anderen gegenüber gezeichnet. Dies lässt sich also auch auf den Umgang mit unserer Gesundheit und unseren Gewohnheiten übertragen.

Was auch immer im Außen passiert, bei Misserfolgen, Pechsträhnen und Mangel: auf diesen Zustand können wir jederzeit zurückkommen und uns leiten lassen. Diese menschliche Verbundenheit und Zugehörigkeit ist Grund genug für ein Gefühl von Würde.

Schmerz und Leid als Teil des Weges zum Glück

Im Fall von Krankheit plädiert der Dalai Lama zwar für Akzeptanz und Gelassenheit, jedoch nicht dafür, die eigene Gesundheit zu ignorieren. Zuerst einmal solltest du also laut seiner Empfehlung versuchen, Krankheiten vorzubeugen, beispielsweise durch die richtige Ernährung. Auch Medikamente und andere konventionelle Methoden zur Bekämpfung von Krankheiten sind absolut nicht jenseits von seiner Weisheit!

Wichtig ist jedoch, das eigene Leid nicht durch Sorgen, Selbstmitleid und fehlende Sinnhaftigkeit unnötig zu verstärken und damit zu verlängern. Entsprechend der buddhistischen Denkweise kannst du versuchen, die schwierige Erfahrung anzuerkennen als das, was sie ist. Eine wichtige Erfahrung von vielen, und ein natürlicher Teil des vielfältigen Lebens.

Sie bringt dich dem Mitgefühl mit anderen Menschen und ihrem Leid näher, und erzeugt damit in den Augen des Dalai Lama Sinn und Glück.

Glück als ursprünglicher Zustand

Nicht zuletzt ist der Dalai Lama davon überzeugt, dass das Streben nach Glück zu unserer Natur gehört. Es ist kein Luxus oder rein intelektuelles oder spirituelles Streben, sondern grundsätzlich in uns allen verankert.

Seiner Ansicht nach ist der Zustand des Glücks allen Menschen zugänglich, weil Liebe, Zuneigung und Mitgefühl zum Glück hinführen. Es ist praktisch ein Zustand, zu dem wir zurückfinden müssen.

Sprüche und Zitate vom Dalai Lama

Ein friedlicher und ruhiger Geist ist in Zuneigung und Mitgefühl verwurzelt, mit sehr viel Gefühl. Das ist kein leerer Zustand.

Ich glaube an die Menschheit. […] Die Menschen sind heute grundsätzlich mitfühlender!

Die Idee, dass jeder Buddhist sein sollte, ist ziemlich extrem. Und diese extreme Ansichten sorgen nur für Probleme.

Glück, das von körperlichem Vergnügen abhängig ist, ist instabil. Mal ist es da, am nächsten Tag aber vielleicht nicht mehr.

Wir müssen das beste aus unserer Lebenszeit machen. Das bedeutet: diene anderen Leuten, anderen fühlenden Wesen. Wenn nicht, schade ihnen wenigstens nicht.

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Fazit: Der Dalai Lama als Vorbild

Klingt alles abstrakt oder floskelhaft? Das ist bei so großen Menschheitsthemen wie dem Glück vielleicht nicht zu vermeiden. Der Dalai Lama zeigt uns, dass Verbundenheit und Mitgefühl unseren Alltag leiten können, in jeder Minute und jeder Begegnung.

Positive Veränderungen brauchen jedoch Zeit. Das gilt auch für den Zustand, in dem du dich als ehrlich und nachhaltig glücklich empfindest, so wie es der Dalai Lama ohne Zögern von sich behauptet. Jedoch erlebt auch er ständige Weiterentwicklung und geduldige Arbeit an sich selbst: “Wenn ich meinen typischen Gemütszustand heute mit dem von vor 20 oder 30 Jahren vergleiche, besteht da ein riesiger Unterschied.”

Tief empfundenes Glück kommt vielleicht nicht über Nacht. Der Weg dahin kann sich aber sinnvoll, spannend und abwechslungsreich anfühlen, wenn du dem Leben mit Offenheit begegnest. Es lohnt sich, dem Dalai Lama dabei als Vorbild zuzuhören und zuzusehen.

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