Heilfasten: Anleitung zur Zellreinigung

Heilfasten Anleitung

Hinweis: Dieser Artikel wurde durch einen von Primal State lizenzierten Autor verfasst und durch den wissenschaftlichen Beirat auf seinen Wahrheitsgehalt überprüft und bestätigt.

Heilfasten ist eine jahrtausendalte Tradition, die eine reinigende Wirkung auf Körper und Geist hat.

Hier erfährst du alles, was du übers Heilfasten wissen musst: was Heilfasten genau ist, welche gesundheitlichen Vorteile es hat, und worauf du achten musst. Außerdem leiten wir dich mit einem detaillierten 7-Tagesplan durch die einzelnen Phasen des Heilfastens.

Was genau ist Heilfasten?

Heilfasten ist der freiwillige Verzicht auf feste Nahrung und Genussmittel für eine bestimmte Zeit. Es geht auf den deutschen Arzt Otto Buchinger zurück, der sein Rheuma durch Fasten lindern konnte. Das Fasten nach Buchinger ist die älteste und bekannteste Methode des Heilfastens.

Mittlerweile gibt es jedoch auch einige Abwandlungen dieser traditionellen Fastenmethode, wie zum Beispiel das Saftfasten, Suppenfasten, Molkefasten und Wasserfasten.

Das Heilfasten hilft nicht nur bei der Gewichtsabnahme und bei bestimmten Krankheiten, sondern wird auch als körperliche und seelische Reinigung angesehen.

Der Körper soll entschlackt, entgiftet und geheilt werden. Für die Seele stellt das Fasten eine spirituelle Erfahrung dar, bei der die Gedanken klarer werden, sich die Seele öffnet, du dich auf das Wesentliche besinnen und zu dir selbst finden kannst.

Fasten Vorteile und Tee

Ist Heilfasten gesund?

Fasten hat unglaublich viele positive Effekte auf den menschlichen Körper. Bei einer Heilfastenkur steht offiziell das Entgiften und Entschlacken im Vordergrund, aber mehrtägiger Nahrungsverzicht scheint auf vielerlei Art und Weise gesundheitsförderlich zu sein.

Resistent durch Stress

Zunächst einmal stellt akuter Nahrungsverzicht einen gewissen Stressfaktor dar. Als Reaktion auf diesen Stressstimulus rüstet der Körper seine Reparaturvorrichtungen auf, wodurch er gegenüber anderen Stressfaktoren resistenter wird 1)Oxidative stress and mitochondrial function with aging – the effects of calorie restriction.

Das ist ein bekanntes biologisches Phänomen, das als Hormesis Prinzip bekannt ist 2)Beneficial effects of mild stress (hormetic effects): dietary restriction and health. Eine geringe Dosis UV-Strahlung hat zum Beispiel einen ähnlichen Effekt.

Selbstheilung durch Autophagie

Der Begriff Autophagie kommt aus dem Griechischen bedeutet so viel wie sich selbst essen. Beim Prozess der Autophagie werden Teile der Zelle abgebaut und recycelt. Dadurch wird so richtig aufgeräumt und die Zelle wird unnötigen Ballast los.

Dieser essenzielle physiologische Prozess wird besonders durch mehrtägiges Fasten stimuliert 3)Autophagy is required for dietary restriction-mediated life span extension in C. elegans.

Reduzierte Verzuckerung von Proteinen

Bei erhöhtem Blutzucker bindet der Zucker an Proteine im Blut, die dadurch funktionsunfähig werden. Wenn sich mehrere solcher „verzuckerten“ Proteine miteinander verbinden entstehen sogenannte Advanced Glycation End Products (AGEs). AGEs verursachen oxidativen Stress, fördern Entzündungsreaktionen und treiben den Alterungsprozess voran.

Dadurch, dass der Blutzucker beim Fasten niedrig gehalten wird, werden AGEs im Blut reduziert. Proteine haben nur eine gewisse Lebensdauer.

Während des Fastens werden, wie sonst auch, Proteine abgebaut und neue hergestellt. Die neuhergestellten verzuckern während des Fastens nicht so schnell und somit nimmt die Konzentration an AGEs ab 4)Calorie restricted diet and urinaty pentosidine in patients with rheumatoid arthritits.

Verbesserte Insulinsensitivität und metabolische Flexibilität

Wenn der Blutzucker steigt, schüttet die Bauchspeicheldrüse Insulin aus, was die Aufnahme von Zucker aus dem Blut erleichtert. Wenn der Insulinspiegel über den Großteil des Tages erhöht ist, kann der Körper im Laufe der Zeit eine Insulinresistenz entwickeln.

Die Körperzellen reagieren dann nicht mehr so gut auf Insulin und die Bauchspeicheldrüse muss immer mehr von dem Hormon freisetzen.

Während des Fastens wird der Blutzucker niedrig gehalten, wodurch nur wenig Insulin ausgeschüttet wird. Nach einer mehrtägigen Pause reagieren die Zellen wieder besser auf Insulin 5)Carbohydrate tolerance improves with fasting in obese subjects with noninsulin-dependent (type II) diabetes.

Außerdem schaltet der Körper beim Fasten in den Fettstoffwechsel um, um das gespeicherte Körperfett als Energiequelle nutzen zu können. Das fördert die metabolische Flexibilität, also die Fähigkeit, zwischen Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel hin und her switchen zu können.

Wirksamkeit bei Krankheiten

Da Fasten durch verschiedene Mechanismen auf den Körper wirkt, kann es sich auch positiv auf Krankheiten auswirken. Ansonsten hätte sich wohl nicht der Begriff des Heilfastens durchgesetzt.

Am besten nachgewiesen ist die positive Wirkung von Heilfasten auf rheumatische Erkrankungen 6)Fasting followed by a vegetarian diet in patients with rheumatoid arthritis: a systematic review.

Es gibt jedoch auch Hinweise darauf, dass Fasten bei chronischen Schmerzen wirksam ist.

Auch die Wirksamkeit bei Diabetes ist gut nachgewiesen 7)Therapeutic fasting in patients with metabolic syndrome and impaired insulin resistance. Fasten verbessert den Zucker- und Fettstoffwechsel wodurch Risikofaktoren gesenkt werden. Nicht nur die Blutzuckerwerte verbessern sich, sondern auf die Blutfett- und Cholesterinwerte.

Außerdem hat Fasten einen blutdrucksenkenden Effekt. Hoher Blutdruck ist ein Risikofaktor für Herzkreislaufkrankheiten, der ebenfalls mit Diabetes in Zusammenhang steht.

Heilfasten Nebenwirkungen

Obwohl eine Heilfastenkur sehr wohltuend für den Körper ist, kann es auch, gerade bei Neulingen, einige Nebenwirkungen verursachen.

Eine Ursache dafür ist die Entgiftung. Durch das Fasten werden Abbauprodukte mobilisiert, die, bevor sie den Körper verlassen, noch Beschwerden verursachen können.

Falls du dich vor dem Fasten nicht ketogen ernährst hast, muss dein Körper zudem vom Kohlenhydrat- auf Fettstoffwechsel umschalten. Die Umgewöhnung an die neue Energiequelle kann einige Tage dauern und in dieser Zeit fühlst du dich wahrscheinlich unwohl.

Die häufigsten Nebenwirkungen sind ein allgemeines Gefühl der Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen. Dagegen hilft am besten Bewegung an der frischen Luft, ausreichend Flüssigkeit und Salz.

Intermittierendes Fasten Plan Teller mit Geschirr

Heilfasten Anleitung: So geht’s richtig

Das Prinzip vom Fasten ist zwar sehr einfach, aber trotzdem kannst du nicht einfach so loslegen. Das Fasten bedarf einiger Vorbereitung, du musst gewisse Dinge beachten und auch für die Zeit vor und nach dem Fasten gelten gewisse Regeln.

Beachte, dass das Fasten von einem Arzt oder Therapeuten betreut werden sollte, der für die Fastentherapie zertifiziert ist.

Viele fasten gerne gemeinsam in einer Gruppe. Es gibt auch spezielle Heilfastenhotels und -kliniken. Du kannst aber natürlich auch alleine zu Hause fasten.

So läuft das Fasten ab:

Vorbereitungsphase

Du solltest bereits eine Woche vor dem geplanten Fastenstart mit der Eingewöhnungsphase beginnen. Hier solltest du Kaffee, Nikotin, Alkohol und Süßigkeiten reduzieren, die während des Fastens nicht erlaubt sind. Wenn du dir diese schon vorher abgewöhnst, fällt dir der Verzicht beim Fasten nicht so schwer.

Unmittelbar vor dem Fasten solltest du ein bis drei Entlastungstage durchführen. Mit den Entlastungtagen bereitest du dich körperlich und mental auf das Fasten vor. Versuche, während dieser Tage Hektik und Stress so gut wie möglich zu vermeiden.

Während der Entlastungstage solltest du vorwiegend leichte Kost zu dir nehmen, wie gedünstetes Gemüse, Salat, Reis, Kartoffeln und Obst. Verzichte auf Limonaden und Alkohol.

Fastentage

Am ersten Fastentag muss zunächst der Darm mit Hilfe eines Abführmittels entleert werden. Das wird traditionell mit Glaubersalz durchgeführt. Personen mit einem empfindlichen Darm können alternativ auch sanftere Abführmittel wie Flohsamenschalen, Sauerkrautsaft, Apfelessig, Zitronenwasser oder Johannisbrotkernmehl verwenden.

Die eigentliche Fastenzeit beträgt meist 5-7 Tage, kann aber auch bis zu 2 Wochen andauern. Während des Fastens wird auf feste Nahrung verzichtet und nur Flüssigkeiten wie Gemüse- und Obstsäfte, Gemüsebrühen, Kräutertees, reichlich Mineralwasser, und eventuell etwas Honig konsumiert. Die Kalorienzufuhr beträgt circa 200 – 400 kcal/Tag 8)Fasting therapy for treating and preventing disease – current state of evidence.

Zu dem Programm gehört auch viel Bewegung um Muskelabbau vorzubeugen, sowie Entspannungs- und Gymnastikübungen.

Nach dem Fasten

Nach dem Fasten kannst du nicht sofort wieder in Essensgewohnheiten verfallen, denn du musst dich erst langsam wieder an feste Nahrung gewöhnen. Dazu dienen die Aufbautage, an denen du nur leichte Kost zu dir nimmst und Deine Verdauung wieder in die Gänge kommt.

Heilfasten Plan

Heilfasten Anleitung: 7-Tage Plan

Und jetzt kann es auch schon losgehen! Hier findest Du eine Schritt-für Schritt Anleitung für jeden Fastentag, inklusive Entlastungs- und Aufbautagen.

Entlastungstag

Morgens:

  • 1 Tasse Fastentee (siehe Rezepte)
  • Danach etwas Obst

Mittags:

  • Vollkorneis mit gedünstetem Gemüse. Dazu ein Rohkostsalat mit z.B. Blattsalat, Möhren, Gurken, Tomaten und Essig-Öl Dressing.

Abends:

  • Ein paar Kartoffeln mit gedünstetem Gemüse.
  • Als Nachtisch etwas Obst

1. Fastentag

Morgens:

  • Beginne den Tag mit einem kleinen Spaziergang, eventuell mit ein paar Gymnastik- oder Yogaübungen
  • Anschließend duschen, am besten eine kalt-warme Wechseldusche
  • Zum Frühstück gibt es Fastentee und Wasser

Vormittags:

  • 30 g Glaubersalz in ½ Liter warmen Wasser auflösen und innerhalb von 15 Minuten trinken. Tipp: mit einer anschließenden Tasse Tee wirst du den unangenehmen, salzigen Geschmack wieder los.
  • Circa eine halbe Stunde nach dem „Glaubern“ ausreichend trinken, um den Wasserverlust des Abführens auszugleichen

Mittags:

  • Gemüsebrühe trinken oder löffeln
  • 1 Tasse Kräuter- oder Fastentee und ausreichend Wasser trinken
  • Mache nach dem Mittagessen einen Leberwickel: Ein Tuch mit warmem Wasser anfeuchten, auswringen und auf den Bauch im Bereich der Leber legen. Eine heiße Wärmflasche drauflegen und mit einem weiteren Tuch umwickeln. Entspanne so für 30 Minuten an einem ruhigen Ort und trinke dabei etwas Tee.

Nachmittags:

  • Mache einen ausgiebigen Spaziergang oder eine Fahrradtour von 1 bis 2 Stunden.
  • Zwischendurch ausreichend Tee oder Wasser trinken

Abends:

  • ¼ Liter Frucht- oder Gemüsesaft 1:1 mit Wasser verdünnen und löffeln oder trinken. Gemüsesaft schmeckt auch gut aufgewärmt.
  • Dazu Wasser oder Tee trinken
  • Lasse den Tag mit ein paar Entspannungs- oder Meditationsübungen ausklingen

Fastentage 2, 4 und 6

Der Ablauf dieser Fastentage ist genau wie am 1. Fastentag, nur dass du das Abführen mit Glaubersalz weglässt.

Fastentage 3, 5 und 7

Du solltest jeden zweiten Tag entweder morgens oder abends einen Einlauf machen, um den Darm zu reinigen. Wie das genau funktioniert erfährst du hier.

Als Alternative zum Einlauf kannst du auch abends ein Glas Sauerkrautsaft trinken.

Fastenbrechen

Klassischerweise wird das Fasten mit einem Apfel gebrochen. Dieser sollte sehr gut gekaut und langsam gegessen werden. Du kannst dir dafür ruhig 20 Minuten Zeit nehmen. Diese erste Mahlzeit nach dem Fasten solltest du genießen!

Aufbautage

Der Körper muss sich nach dem Fasten langsam wieder ans Essen gewöhnen. Deswegen sollten dem Fasten 3-5 Aufbautage folgen, in denen du leichte Kost zu dir nimmst.

Beschränke dich in den ersten Tagen auf Obst, gedünstetes Gemüse und Salat, mit eventuell etwas Reis und Kartoffeln. Du kannst die Essensmenge langsam von Tag zu Tag steigern.

Heilfasten Rezepte

Heilfasten Rezepte

Zum Schluß geben wir dir noch Rezepte mit an die Hand, damit auch wirklich gar nichts schiefgehen kann…

Heilfasten-Gemüsebrühe

Zutaten:

  • ½ Liter Wasser
  • 2 Kartoffeln
  • Suppengrün: Sellerie, 1 Möhre, Lauch und Petersilie
  • 3 Tomaten
  • 150 g Blumenkohl
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung:

Das Gemüse grob schneiden, in dem Wasser zu kochen bringen und für eine halbe Stunde kochen. Mit Salz und Pfeffer würzen, vom Herd nehmen und durch ein Sieb gießen.

Heilfastensäfte

Frucht- und Gemüsesäfte fürs Fasten kannst du zwar auch fertig kaufen, aber frisch zubereitet schmecken sie meistens besser. Außerdem kannst du die Zutaten nach Deinen Vorlieben auswählen. Um die Säfte selbst herzustellen benötigst du einen Entsafter.

Folgende Gemüsesorten kannst du verwenden:

Kopfsalat, Rot- und Weißkohl, Sellerie, Frühlingszwiebeln, Brokkoli, Möhren, Paprika, rote Beete, Radieschen, Tomaten, Zucchini, Lauch, Zwiebeln, Spargel, Mangold, Spinat, Kohlrabi, Gurken, Fenchel und Kürbis.

Folgende Obstsorten kannst du verwenden:

Birnen, Äpfel, Pflaumen, Grapefruit, Brombeeren, Blaubeeren, Himbeeren, Erdbeeren, Aprikosen, Mangos, Orangen, Mandarinen, Kiwis, Melone, Limette, Zitrone, Kirschen, Ananas, Weintrauben und Granatäpfel.

Beispielrezept

  • 5 Möhren
  • 3 Äpfel
  • 1 rote Paprika
  • Eine Handvoll Spinat
  • Etwas frischer Ingwer

Heilfastentee

Auch Tee kannst du entweder kaufen oder mit frischen Kräutern selbst aufbrühen.

Folgende Kräuter sind bei Fastentees beliebt:

Weißdornblüten, Lavendel, Kamille, Melisse, Rosmarin, Löwenzahn, Brennnessel, Mariendistel, Minze, Birkenblätter, Wacholderbeeren, Fenchel, Holunderblüten, Salbei, Ingwer, Schafgarbe und Ringelblumen.


Heilfasten Wiki – Häufige Fragen

1. Wie lange sollte ich eine Heilfastenkur durchführen?

Eine Heilfastenkur dauert meist 5-7 Tage. Wenn du etwas mehr Erfahrung hast, kannst du sie auch bis auf 2 Wochen ausdehnen.

2. Was darf man beim Heilfasten zu sich nehmen?

Klassischerweise nimmst du beim Heilfasten nur Flüssigkeiten zu dir. Du kannst ungesüßten Kräutertee, Wasser, Frucht- und Gemüsesäfte und Brühe trinken. Das entspricht der Variante nach Buchinger.

3. Was bringt Heilfasten?

Für Viele steht beim Heilfasten die Gewichtsabnahme im Vordergrund, es hat aber viele weitere positive Auswirkungen auf den Körper. Heilfasten verbessert den Zucker- und Fettstoffwechsel, fördert die Autophagie und wirkt blutdrucksenkend.
 
Außerdem kann es bei bestimmten Krankheiten helfen. Gute Nachweise gibt es bei rheumatischen Erkrankungen und Diabetes.

Quellenverzeichnis   [ + ]

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