Murphys Gesetz: Warum das Toast immer auf die beschmierte Seite fällt.
Eine Scheibe Toast mit aufgemaltem Gesicht

Murphys Gesetz: Warum das Toast immer auf die beschmierte Seite fällt

Es gibt so Tage, die kann man sich schenken. Tage, an denen alles schief läuft. An denen man mit dem falschen Bein aufsteht und nie auf das andere, richtige kommt. Klingt nach Aberglaube? Vielleicht. Wäre da nicht Murphys Gesetz.

Murphys Gesetz einfach erklärt

Murphys Gesetz besagt grob, dass alles das, was schief gehen kann, auch schief gehen wird.

Zum Glück verläuft die Welt dann doch nicht ausschließlich nach diesem Credo, denn ansonsten würden wir einen Planeten vorfinden, auf dem so wirklich gar nichts funktioniert und wir wären wohl alle innerhalb von wenigen Wochen ausgestorben.

Denn so sehr diese Redensart des Gesetzes von Murphy auch in unseren Köpfen verankert ist, so ganz exakt wurde es dann doch nicht überliefert. Denn ganz genau hat Edward A. Murphy folgendes gesagt:

„Wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, eine Aufgabe zu erledigen, und eine davon in einer Katastrophe endet oder sonstwie unerwünschte Konsequenzen nach sich zieht, dann wird es jemand genau so machen.“

Edward A. Murphy

Und auf einmal erscheint Murphys Gesetz dann doch in einem anderen – viel logischeren – Lichte. Denn die Kernaussage ist folgende: Es gibt in einer Entscheidung, einer Handlung, einer Tatsache nicht immer nur eine Möglichkeit, die eintreten kann.

Es gibt auch Möglichkeiten, die uns nicht gefallen und mehr oder weniger dramatisch sein können. Murphys Gesetz besagt nun, dass diese dummen, blöden und mitunter unglücklichen Möglichkeiten über kurz oder lang eintreten werden. Auch wenn sie nicht sehr wahrscheinlich sind.

Warum heißt es Murphys Gesetz?

So weit, so gut. Doch stop! Was legitimiert denn jetzt eigentlich dieses Gesetz? Und vor allem, wer hat es erfunden?

Eins vorweg – die Schweizer waren es dieses Mal nicht. Erfunden hat es, wahrscheinlich zu deiner großen Überraschung, Edward A. Murphy. Von Haus aus Ingenieur. Murphy nahm 1949 an einem sogenannten Raketenschlittenprogramm der Luftwache teil. Dabei sollte untersucht werden, welche Ausmaße von Beschleunigung der menschliche Körper verkraften kann.

Zur Durchführung dieses Experimentes wurden also Fahrzeuge mit Raketenantrieb auf Schienen mit einer beachtlichen Beschleunigung hin und her geschossen, während ein Mensch darauf saß.

Wie du dir vorstellen kannst: nicht ganz unkompliziert zu planen und auch nicht ganz billig.

Die Pointe der Geschichte ist schnell erzählt: Die Mess-Sensoren konnte man an dem Menschen in zweierlei verschiedenen Richtungen anbringen. In der richtigen Position und in der falschen. Du ahnst es sicherlich, alle Sensoren waren falsch angebracht und das teure Experiment war im Endeffekt für die Katz.

Daraufhin entstand das benannte Gesetz: Alles das, was schief gehen kann, wird auch irgendwann von irgendjemandem vermasselt.

Beispiele für das Gesetz

Beispiele gefällig?

  • Wenn das Toast hinfällt, landet es immer auf der beschmierten Seite
  • Du gehst einkaufen und bemerkst, dass du das erste Mal in deinem Leben, einen fetten Ketchupfleck auf deinem Shirt trägst. An der Kasse triffst du die Person, von der du heimlich schwärmst
  • Du bist seit langem mal wieder wirklich in Eile – der Trecker mit 20 km/h vor dir bei Überholverbot ist es nicht
  • Morgen ist die wichtigste Präsentation deines Lebens – heute geht dein Computer kaputt
  • Du fährst mit deinen Freunden in dein Lieblingsrestaurant, um den Abend deines Lebens zu verbringen – das Restaurant wurde heute morgen wegen Umbauarbeiten geschlossen
  • Im Flugzeug eröffnet dir dein Sitznachbar eine Jobmöglichkeit, von der du immer schon geträumt hast – du verlierst nach dem Flug seine Visitenkarte
  • Du freust dich auf den Saisonauftakt in deinem Tennisverein – drei Stunden später hat dir ein Schmetterball den Auftakt zu drei Nasen-OPs bereitet
  • Du probierst jeden der 50 Schlüssel an deinem Schlüsselbund aus und erfährst erst beim letzten endlich Erlösung
Viele Schlüssel auf einem Haufen. Nach Murphys Gesetz wird erst der letzte der richtige sein.

Was unsere Wahrnehmung mit dem Gesetz zu tun hat

Ich möchte dich erleichtern: Murphys Gesetz stimmt. Und es hinkt ebenfalls. Denn die Krux an diesem Gesetz basiert auf simpler Statistik.

Denn die Sache ist folgende: Viele Dinge in unserem Leben laufen glatt. Zum Glück. Denn ansonsten würden wir uns wahrscheinlich schon am Morgen an stillem Wasser verschlucken, die Treppe zu Tür mit acht Platzwunden herunterstürzen und im Gespräch mit Menschen nur prähistorische Urlaute von uns geben.

Doch “glatt” bedeutet eben auch, es fällt uns gar nicht mehr auf! Die kleinen Erfolge unseres Tages sind für uns komplett selbstverständlich. Und innerhalb dieses Wunderwerkes von Erfolgserlebnissen gibt es dann doch manchmal ein paar Dinge, die nicht glatt verlaufen. Und diese Dinge, fallen uns dann natürlich besonders auf. Das führt dazu, dass wir diese Misserfolgs-Ausgänge überschätzen und plötzlich denken: “Konnte ja nur schiefgehen”.

Ein anderes Beispiel: Du triffst einen Menschen, den du vor 10 Jahren zuletzt gesehen hast, auf dem anderen Ende des Planeten. Und denkst “Was für ein Zufall!”. Die Wahrheit ist – nein, kein Zufall – simple Statistik. Denn du triffst und siehst jeden Tag wahrscheinlich hunderte Menschen, die du nicht kennst. Dass es sich dabei auf Jahre gesehen, bei womöglich 0,0001% der Menschen um einen alten Bekannten handelt, ist kein romantischer Zufall, sondern eine handfeste Tatsache aus dem Mathematik-Unterricht der 8. Klasse.

Die gute Seite

Soll uns Murphys Gesetz nun pessimistisch machen? Nein, natürlich nicht. Denn es hat in seinem grundlegenden Pessimismus eine wunderbare Funktion: Es schafft Sicherheit.

Denn Dinge können schief laufen. Vor allem Dinge, deren Konsequenzen fatal wären. Triebwerkausfälle bei Flugzeugen, Fehleinschätzungen beim Tauchen oder das Aussetzen von Hochwasser-Frühwarnsystemen. Diese Dinge passieren selten, doch sie können passieren.

Murphys Gesetz wird in der Wissenschaft daher bemüht, um das schlimmstmögliche zumindest anzunehmen. Und auf Grundlage dessen, Notfallprogramme und Katastrophen-Auswege zu generieren. Beispiele dafür könnten Selbstabschaltungsprogramme in Kernwerken oder der schlichte gute alte Notausgang sein. Diese Lösungen sind vielleicht keine Garantie dafür, dass nicht doch mitunter etwas gewaltig schief läuft, doch sie können das Risiko fataler Konsequenzen erheblich minimieren. Und das klingt dann ja doch wieder ganz positiv.

Was das Gesetz der Anziehung mit Murphy zu tun hat

Sicherlich hast du schon einmal was vom Gesetz der Anziehung gehört. Oft wird dieses Prinzip von vielen Menschen etwas belächelt. Und dies, wie ich finde, zurecht. Denn die landläufige Meinung darüber lautet, “man bekommt alles, was man will”. Dies ist natürlich ziemlich unlogisch.

Realistisch und modern interpretiert, besagt jenes Gesetz, dass du das im Leben bekommst, was du “bist”. Doch allein nur gute und positive Gedanken reichen auch hierbei nicht aus. Vielmehr ist dein innerer Zustand ein Konglomerat aus Gedanken, Emotionen und Glaubenssätzen.

Eine Illustration des Gehirns.

Auch wenn es in diesem Bereich noch wenig wissenschaftliche Erkenntnisse gibt, so sehen wir auch auf diesem Gebiet gute Anfänge. Der mittlerweile sehr bekannte Buchautor und Meditationslehrer Joe Dispenza1)https://drjoedispenza.com/ forscht zum Beispiel auf diesem Gebiet. So konnte er nach seinen Angaben, Korrelationen zwischen einer Intention und einem “guten Gefühl” in Verbindung mit Veränderungen von körperlichen Symptomen und anderen Lebensumständen messen.

Was bedeutet dies nun für Murphys Gesetz? Nun, eins ist aufgrund aller bereits gemachten Beobachtungen wahrscheinlich: Die Chance, dass wir das bekommen, was wir wollen ist viel höher, wenn wir auch unsere Gedanken, Gefühle und Glaubenshaltung danach ausrichten.

Oder ganz einfach gesagt:

Wenn wir daran glauben, dass wir eine Sache schaffen, dann hilft uns dies wohl mehr, als wenn wir daran glauben, dass wir eine Sache nicht schaffen.

Und genau das stellt dann Murphys Gesetz doch ein wenig auf den Kopf…

Die Lösung aller Probleme: Transformiere Murphys Gesetz!

Gesetze sind festgeschriebene Grundsätze. Doch jeder Jurist weiß: Recht haben und Recht bekommen sind zwei unterschiedliche paar Schuhe.

Deswegen wollen wir Murphys Gesetz ein wenig anders interpretieren. So, dass es einen unmittelbaren guten Effekt auf dein Leben hat. Denn wenn das Gesetz besagt, dass alles was schief gehen kann, schief geht, dann bedeutet dies auch:

Alles was gut gehen kann, kann gut gehen!

Was bedeutet das nun praktisch? Trotz aller negativen Resultate, die im Leben passieren können, dürfen wir uns auf das konzentrieren, was wir wollen. Weil die Wahrscheinlichkeit, dass es eintrifft, nun eben auch einmal da ist.

Shift happens Schriftzug. Wer den Shift richtig gestaltet, wird Murphys Gesetz viel öfter umgehen können.

Das bedeutet, wir dürfen an uns und gute Ergebnisse glauben. Wir dürfen uns auf das fokussieren, was wir wollen und nicht auf das, was wir nicht wollen. Und wir dürfen optimistisch sein.

Konkret kannst du Murphys Gesetzes-Transformationen folgendermaßen in dein Leben integrieren:

1. Dein Tages-Fokus

Überlege dir am Morgen, was du am heutigen Tag wirklich willst. Wo liegt dein Fokus? Welche Tagesziele möchtest du erreichen? Was muss heute passieren, damit du glücklicher bist?

Diese Dinge kurz vor deinem inneren Auge zu visualisieren, hat unglaublich positive Effekte auf deinen Tagesablauf. Probiere es aus, zum Beispiel im Rahmen deiner Morgenroutine.

2. Dein Dankbarkeitstagebuch

Es passieren am Tag so viele gute Sachen, die für uns völlig selbstverständlich sind. Doch was, wenn du dir auch diese kleinen Erfolge vergegenwärtigst und am Abend zusammenfasst, wofür du dankbar bist. Was waren deine kleinen Erfolge des Tages? Was ist gut gelaufen? Wofür, für wen oder was bist du heute dankbar gewesen?

Und keine Sorge – als Antwort auf diese Fragen, gibt es immer Antworten. Auch an den blödesten Tagen.

3. Nimm Niederlagen sportlich.

Wer sagt eigentlich, dass “schief gehen” etwas schlechtes ist? Die größten Biographien bekannter Sportler und Künstler bestehen aus Wendepunkten, die erst einmal “schief gelaufen sind”. Doch was, wenn solche Dinge viel weniger verlorene Kämpfe sind, sondern gute, wichtige Lernerfahrungen und Feedback-Schleifen für dein Leben?

Ob man ihn mag oder nicht, sei einmal dahingestellt. Doch Stefan Raab – auf seinem Terrain nicht ganz unerfolgreich – hat einmal gesagt: “Niederlagen sind morgen wieder vergessen. Nur Siege bleiben für immer”.

Fazit: Murphys Gesetz ist Interpretationssache

Murphys Gesetz stimmt. Denn es ist logisch. Doch in der pessimistischen Interpretation, liegt ein wahrer Schatz verborgen. Denn wenn wir uns auf das konzentrieren können, was schief läuft, können wir auch das Gegenteil tun. An den bestmöglichen Ausgang glauben.

Denn insofern das Risiko einer Entscheidung mit gesundem Menschenverstand kalkulierbar ist, entsteht durch die Transformation von Murphys Gesetz eine große Chance für mehr Freiheit in uns. Wir dürfen es wagen, mehr zu wagen. Und vielleicht wird dadurch nicht alles klappen. Doch die Chance dazu ist ungleich größer, als wenn wir zweifelnd und zaudernd zu Hause aus Angst vor Niederlagen auf der Couch im Wartezimmer des Lebens sitzen bleiben.

Murphys Gesetz ist nicht nur eine kritische Lupe auf unsere tägliche Entscheidungsgewalt. Es ist auch eine optimistische Ode an das Leben.

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FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Thema Murphys Gesetz

Was ist Murphys Gesetz?

Landläufig bedeutet Murphys Gesetz, dass alles das, was schief gehen kann, auch schief gehen wird. Dahinter herrscht die Annahme, dass es bei einem Resultat immer mehrere Möglichkeiten des Ausgangs gibt. Und so wird auch ein möglicher negativer Ausgang irgendwann von irgendjemanden erzeugt.

Warum heißt es Murphys Gesetz?

Edward A. Murphy war ein Ingenieur, der ein Experiment der Luftwaffe überwachte. Bei diesem Experiment wurden die Messsensoren komplett falsch statt richtig angebracht, was Murphy zu seinem berühmten Zitat veranlasste.

Quellenverzeichnis   [ + ]

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