Frau praktiziert Tummo im Schnee

Tummo: Die Original-Atemtechnik hinter der Wim-Hof-Methode

Sicherlich hast du bereits von der Wim-Hof-Methode gehört, bei welcher es sich um eine Kombination aus gezielter Atemtechnik und Kältetraining handelt, die massive positive (und wissenschaftlich nachgewiesene) Effekte auf deinen Körper und dein Energiesystem haben kann. Doch jetzt die „schockierende“ Nachricht: Die Wim-Hof-Methode ist nicht das Original. Denn das Original liegt in Tibet, nennt sich „Tummo“ und hat einen ähnlichen, aber doch anderen Ansatz als die Wim-Hof-Methode.

Wir entmystifizieren die recht geheimgehaltene Technik für dich und machen sie in einer praktischen Anleitung für dich greifbar. Denn Tummo birgt Fähigkeiten, die teilweise unvorstellbar sind und doch erst nach und nach von der Wissenschaft ins berechtigte Rampenlicht gezogen werden.

Was ist Tummo?

Tummo bedeutet übersetzt so etwas wie ‘inneres Feuer’ und ist grob genommen eine intensive Meditationstechnik. Diese besteht aus einer speziellen Atemtechnik und – was Tummo so effektiv machen soll – einer speziellen Visualisierung.

Lagerfeuer im Schnee

Tummo wurde erstmals im 11. Jahrhundert von tibetischen Mönchen praktiziert. Dabei konnten diese ihre Körpertemperatur derart erhöhen, dass sie problemlos für Stunden oberkörperfrei im Schnee meditierten. Nasse Kleidung soll dabei bei wirklich winterlichen Temperaturen am Leibe getrocknet sein und es gibt mittlerweile sogar Messungen, dass die Mönche ihre eigene Körpertemperatur um mehr als 8 °C erwärmen können.

Klingt verrückt? Nun, mittlerweile gibt es bereits Studien, die eindeutig darlegen, dass Tummo zweifelsohne die Körpertemperatur erhöht. 1)https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.00582442)https://www.snopes.com/fact-check/harvard-study-confirms-tibetan-monks-can-raise-body-temperature-with-their-minds/

Warum Tummo für unseren Körper so wichtig sein kann

Wusstest du, dass wir Menschen kälter geworden sind? Nein, keine Sorge – ich meine das nicht in Bezug auf unser Gemüt. Sondern tatsächlich hinsichtlich unserer Körpertemperatur. Laut Studien ist unsere heutige Körpertemperatur im letzten Jahrhundert um 0,59 °C gesunken.3)https://www.spektrum.de/news/menschliche-koerpertemperatur-sinkt-seit-jahrzehnten/1698488 Es sei dabei erst einmal dahingestellt, woran dies liegt. Die Kausalfaktoren aus Medizin, Lebensstil und “Fortschritt” sind dabei so komplex, dass wir nicht sicher in Ursache oder Korrelation unterscheiden können.

Doch was mittlerweile als gesichert gilt: Eine sinkende Körpertemperatur kann große Auswirkung auf unseren Körper haben, da viele Funktionen des Körpers auf ein enges Temperaturspektrum abgestimmt sind. Besonders temperaturabhängig in unserem Körper agieren dabei:

  • die Verdauungsenzyme, die für eine gute Verdauung im Magen und Darm notwendig sind
  • unser Immunsystem bei der Bekämpfung von Viren, Bakterien und anderen ungebetenen Gästen
  • die Funktion der Schilddrüse, die insbesondere für ein hormonelles Gleichgewicht sorgen soll

Was macht die Technik so besonders? Eine Abgrenzung zur Wim-Hof-Methode

Insbesondere hinsichtlich des “inneren Feuers” – oder etwas seriöser ausgedrückt, zur Erhöhung der Körpertemperatur, gilt Tummo bei vielen Praktizierenden mittlerweile als echte Geheimwaffe. Und genau in diesem Punkt grenzt sich das ursprüngliche Tummo auch (etwas) von der Wim-Hof-Methode ab. Denn die Kultivierung der inneren Hitze scheint bei dieser alten tibetischen Meditationstechnik aufgrund der Visualisierung noch effektiver zu funktionieren. Zudem erscheint die Praktik sanfter als die berühmte Wim-Hof-Schwester.

Nennen wir das Kind ruhig beim Namen: Auch Wim Hof hat seine Technik aus dem ursprünglichen Tummo entwickelt und lässt den Begriff in der einen oder anderen Erklärung sogar selbst fallen. Allerdings verzichtet er dabei auf einige traditionelle Aspekte der Technik, um diese für Einsteiger der westlichen Welt – also für dich und mich – sofort anwendbar zu machen.

Natürlich geben ihm der Erfolg und die unzähligen Experimente und Studien dabei recht. Dennoch gibt es mittlerweile einige Berichte von Tummo-Praktizierenden, die genau diesen Mix aus sanfter und fast schon meditierender alter Technik schätzen und dabei trotzdem auch die Vorteile erfahren, wie wir sie bereits aus der Wim-Hof-Methode kennen. Dies wird vor allem dann der Fall sein, wenn du die Tummo-Atmung mit dem bekannten Kältetraining, zum Beispiel in Form einer täglichen kalten Dusche, kombinierst. In diesem Fall kannst du von folgenden Effekten ausgehen:

  • Eine bessere Durchblutung und Sauerstoffversorgung
  • Entzündungen sollten sich weniger in deinem Körper breit machen
  • Die Zahl der Mitochondrien – und damit auch dein Energiepotential –dürfte stark ansteigen
  • Das Gefühl eines klaren, wachen und fokussierten Geistes
Person meditiert nach Tummo in Berglandschaft

Für wen ist die Tummo-Atemtechnik (nicht) geeignet?

Bitte gehe nicht davon aus, dass du nur durch das Lesen eines Artikels oder durch das Anschauen eines Videos gleich zu einem meditierenden Über-Mönch wirst, der in Unterhose und Flip-Flops Tummo im sibirischen Winter praktizieren kann. Denn so eine handfeste Unterkühlung ist trotz aller Vorteile, die Kälte uns liefern kann, weder besonders gesund, noch besonders angenehm. Wenn du in die Tummo-Praxis einsteigen möchtest, solltest du folgendes mitbringen:

  • Ein wenig Geduld, um mit den Visualisierungstechniken “warm” zu werden
  • Eine ruhige Umgebung mit angenehmer Temperatur zum Start
  • Das Commitment, Tummo wirklich regelmäßig zu praktizieren, denn nur zu Ostern oder Weihnachten ist es wenig effektiv

Außerdem solltest du davon absehen, wenn du krank, geschwächt oder schwanger bist, da es sich dabei um eine recht extreme körperliche Belastung handelt.

Tummo-Meditation: So gehst du vor

Wir machen es dir einfach. Denn der Tummo-Ablauf klingt, gerade aufgrund seiner traditionellen Herkunft, für manche am Anfang etwas kompliziert. Dies liegt auch daran, dass es dabei mehrere Unterformen gibt und nicht den einen heiligen Gral. Zumal tibetische Mönche ihre Anleitungen auch selten im besten Schulenglisch an die gesamte Welt weitergeben. Deswegen versorgen wir dich jetzt mit einer Anleitung, die dem Original sehr nahe kommt UND leicht umsetzbar ist.

Tummo-Meditation Anleitung

  1. Das Setting

    Setze dich am besten aufrecht hin. Das bedeutet, habe einen aufrechten Rücken, doch versuche entspannt zu bleiben. Dann schließe die Augen.

  2. Du bist eine leere Vase

    Stelle dir nun vor wie dein gesamter Oberkörper einer leeren Vase gleicht. Sprich, ab dem Bereich deines Nabels befindet sich in deinem Körper nichts anderes als ein großer luftleerer Raum.

  3. Die Atmung

    Atme einmal tief aus. Und nimm dann, ähnlich wie in der Wim-Hof-Methode, 15-20 tiefe Ein- und Aus-Atemzüge. Das Atmen muss dabei nicht besonders schnell sein. Wichtig ist, dass du tief, kraftvoll und bewusst atmest. Zudem achte darauf, dass du mit der Nase einatmest und mit dem Mund ausatmest. Während du atmest, hilft es sehr, wenn du eine Hand an deinen Bauch legst. Beim Einatmen sollte sich dein Bauch nach außen bewegen, beim Ausatmen nach innen.

  4. Die Visualisierung des inneren Feuers

    Stelle dir nun bei jedem Atemzug vor, dass sich in dem hohlen Bereich deines Körpers ein Feuerball direkt hinter deinem Nabel befindet. Bei jedem Einatmen stellst du dir nun vor, dass dieser Feuerball angezündet und mit einer Menge Energie versorgt wird. Bei jedem Ausatmen stellst du dir dann vor, dass dieser Feuerball regelrecht entfacht wird und mit jedem Atemzug ein Stück heißer und größer wird. Wenn du es also richtig machst, befindet sich in deiner Vorstellung nach 15-20 Atemzügen in deinem hohlen Bauchraum ein richtig großer heißer Feuerball.

  5. Der letzte Atemzug

    Nach dem letzten Einatemzug machst du nun folgendes: Du hältst die Luft für 5 Sekunden an und spitzt deinen Mund nur ganz leicht. Dann atmest du all die Luft ganz langsam durch diese kleine Mundöffnung aus, als wenn du durch einen Strohhalm beständig bläst. Dabei ist wichtig: Stelle dir bei dieser Ausatmung vor, wie dein Feuerball innerlich nahezu sanft explodiert und deinen ganzen Körper mit Wärme flutet.

  6. Die Stille danach genießen.

    Anschließend kann es gut möglich sein, dass du die nächsten Sekunden erst einmal gar keinen neuen Sauerstoff benötigst. Atme also erst wieder, wenn du den Drang dazu verspürst und genieße das warme Gefühl in deinem Körper. Auch wenn deine Hände anfangen zu kribbeln oder du dich etwas schwindlig-leicht im Kopf fühlst, ist dies ganz normal.

  7. Wiederhole die Atmung

    Tummo wirkt umso intensiver, je mehr Atem-Durchgänge du praktizierst. Empfohlen werden 3 Durchgänge. Doch auch wenn dir nach 5 Durchgängen zumute ist, lass dich nicht aufhalten.

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Fazit: Mit Übung und Geduld das innere Feuer entfachen

Tummo ist eine ungemein kraftvolle traditionelle Atempraxis, die erst jetzt mit der Zeit immer populärer wird und seine Schätze offenbart. Der größte Vorteil von Tummo liegt sicherlich darin, dass es mit regelmäßiger Übung deine Körpertemperatur langfristig erhöhen kann. Dies wiederum kann richtig massive positive Effekte für deine Verdauung, dein Immunsystem und deine Hitze- bzw. Kälteanfälligkeit mit sich bringen.

Im Gegensatz zur Wim-Hof-Methode erfordert vor allem die Visualisierung am Anfang etwas Übung und Geduld. Doch diesen Punkt erst einmal gemeistert, erfordert Tummo aufgrund der sanfteren Atmung während der Übung, deutlich weniger Willenskraft und ist für manche Anwender am Ende sogar einfacher und angenehmer durchzuführen, als beim bekannten Wim-Hof-Ableger.

Tummo-Video-Anleitung (englisch)

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