Ketogene Ernährung bei Diabetes – Sinnvoll oder gefährlich?

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel wurde durch einen von PRIMAL STATE lizenzierten Autor verfasst und durch den wissenschaftlichen Beirat auf seinen Wahrheitsgehalt überprüft und bestätigt.

Übersicht

Lesedauer: etwa 9 Minuten  /  Niveau: Einsteiger

Die ketogene Ernährung bei Diabetes (Diabetes mellitus) scheint zu passen wie die Faust auf‘s Auge, wie die Milch in den Kaffee – und auch wieder nicht. Fragt man 5 Diabetiker und 5 Ärzte, erhält man 33 verschiedene Antworten.

Hier scheiden sich die Geister, die Herangehensweisen und die Ansichten verschiedener Spezialisten. Was auf den ersten Blick sinnig erscheint – eine völlig Kohlenhydrat-reduzierte Ernährung bei einer Erkrankung des Blutzuckerstoffwechsels – könnte im nächsten Atemzug gar lebensbedrohlich sein.

Daher möchten wir heute mit dem Thema ketogene Ernährung bei Diabetes einmal aufräumen. Wir möchten erklären, was in beiden Fällen die Hintergründe sind, warum die ketogene Ernährung bei Diabetes Typ 2 (und in einigen Fällen auch bei Diabetes Typ 1) eine sinnige und effektive Intervention darstellen kann, welche aussagekräftigen Studien es gibt, und wie eine praktische Herangehensweise aussehen kann.

Dieser Artikel ist sowohl für Betroffene interessant, als auch für Interessierte, aber auch für ausübende Mediziner und Heilpraktiker. Die ketogene Ernährung bei Diabetes kann wertvolle Hilfe leisten, wir möchten heute zeigen, warum.

 

Medizinischer Disclaimer:

Dieser Artikel gilt der Informationsweitergabe und der Aufklärung, jedoch nicht der Diagnose oder der Behandlung von Diabetes. Mit den in diesem Artikel erläuterten Möglichkeiten und Studien können Sie einen behandelnden Arzt aufsuchen und um Rat und Unterstützung bitten.

 

Was ist Diabetes?

Diabetes umfasst Erkrankungen des Blutzuckerstoffwechsels. In unserer heutigen Gesellschaft sind Kohlenhydrate, also am Ende Traubenzucker (Glukose), die primäre Energiequelle für den Körper. Um den Zucker im Körper zu verteilen und in die Zellen zu schleusen, produziert die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) das Hormon Insulin. Insulin dockt auf einer Zelle an den Insulinrezeptor, daraufhin öffnen sich Schleusen (GLUT-4), und Glukose strömt in die Zelle.

Bei Diabetes ist dieser Mechanismus unterbrochen. Aus verschiedenen Gründen gelangt kein Zucker mehr in die Zelle. Entweder weil das Insulin nicht mehr bindet oder nicht genügend Zucker in die Zelle gelangt (Typ 2 Diabetes), oder weil die Bauchspeicheldrüse kein oder zu wenig Insulin produziert (Diabetes Typ 1). Oder weil der komplette Insulinsignalweg an einer bestimmten Stelle unterbrochen wird.

 

Typ 1 Diabetes

Bei Diabetes Typ 1 produziert die Bauchspeicheldrüse kein oder nur noch sehr wenig Insulin, hier liegt eine Autoimmunerkrankung vor. Dabei zerstört das Immunsystem aufgrund einer Fehlfunktion des Pankreas‘, der daraufhin seine Arbeit nicht mehr oder nur noch stark eingeschränkt ausüben kann. Da in einigen Fällen kein Insulin mehr gebildet wird, der Zucker jedoch in den Zellen benötigt wird, ist Diabetes Typ 1 insulinpflichtig; in heiklen Situationen kann es zu extrem hohen Blutzuckerspiegeln (700 mg/dl) und einer sogenannten Ketoazidose kommen.

 

Typ 2 Diabetes

Bei Typ 2 Diabetes wird Insulin gebildet, jedoch funktioniert der Signalweg nicht, um den Blutzucker in die Zellen zu bekommen. Man spricht hier von einer Insulinresistenz oder einer Glukoseintoleranz. Nicht immer ist diese Form von Diabetes insulinabhängig und die Ursachen sind im Vergleich zu Typ 1 Diabetes vielfältig.

 

Aktuell gibt es in Deutschland zwischen 7 und 8 Million Diabetiker, also etwa 10 % der gesamten Bevölkerung. Dabei ist Typ 2 Diabetes mit über 90 % die vorherrschende Form. Er wird auch als Wohlstandsdiabetes bezeichnet. Diese Erkrankung war bis vor 100 Jahren praktisch nur in sehr reichen Bevölkerungsschichten vertreten, seit Ende des Zweiten Weltkrieges steigt das Vorkommen dieser Erkrankung jedoch dramatisch an – in allen Gesellschaftsschichten.

Sowohl unser medizinisches System als auch die Lebensmittelindustrie und die Pharmaindustrie scheinen mit dem Problem Diabetes überfordert, da die vorherrschenden Behandlungskonzepte in der Regel nicht zu einer Verbesserung der Krankheit führen. Stattdessen ist immer von „Diabetes-Management“ die Rede.

Aufgrund dieser Tatsachen und mit einigen wissenschaftlichen Studien im Rücken möchten wir heute eine Alternative vorschlagen bei Diabetes: Die ketogene Ernährung

 

Ketogene Ernährung bei Diabetes – Gibt es eine pauschale Antwort?

Damit meinen wir: Empfehlen wir pauschal jedem Diabetiker die ketogene Ernährung?

Und die klare Antwort darauf ist Nein. Warum?

 

Beginnen wir bei Typ 1 Diabetes: Hier gibt es noch keine relevanten klinischen Studien (nur Fallbeispiele, siehe Dressler, 2010), auf die wir uns stützen können. Außerdem ist Diabetes Typ 1 nicht so häufig wie Typ 2 Diabetes; hier liegen nicht nur mehr Studien, sondern auch mehr Erfahrungsberichte vor.

Theoretisch sollte die ketogene Ernährung bei Typ 1 Diabetes gut funktionieren. Da uns jedoch hier aussagekräftige Studien und Erfahrungsberichte fehlen, wollen wir darauf keine pauschale Antwort geben.

Eine andere Sache ist das schon bei Typ 2 Diabetes. Hier gibt es nämlich viele Situationen, bei denen wir mit breitem Kreuz die ketogene Ernährung empfehlen können. Jedoch auch nicht pauschal. Warum?

 

Ketose und Typ 2 Diabetes – Was, Wie, Warum?

Grundsätzlich passen ketogene Ernährung bei Diabetes vom Typ 2 wunderbar. Eine chronische Erkrankung des Blutzuckerstoffwechsels trifft auf eine fettreiche und kohlenhydratarme Ernährungsform, die einen stabilen und niedrigen Blutzuckerspiegel sowie einen niedrigen Insulinspiegel bewirkt. Und dass das wunderbar zusammenpasst, zeigen auch die Studien.

Das Problem ist, dass bei Typ 2 Diabetes die Ursachen der Erkrankung sehr vielfältig sein können:

  • Wurde zu viel Fast Food mit hoch verarbeiteten Nahrungsmitteln, reichlich Zucker und Transfetten gegessen?
  • Liegt ein Nährstoffmangel vor (z.B. Chrom, Inositol, Magnesium oder Vitamin A), der die Energieübertragung oder den Insulinsignalweg empfindlich stört?
  • Liegt eine Verfettung metabolisch aktiver Organe wie Pankreas oder Leber vor?
  • Liegt durch ein starkes Übergewicht ein chronisch erhöhter Blutfettwert, und dadurch eine chronische Entzündung sowie ein gestörter Blutzucker-Stoffwechsel (s. Randle-Cycle) vor?
  • Gibt es eine genetische Prädisposition für die Erkrankung?
  • Liegt eine Wachstumsstörung am Pankreas vor (z.B. durch Vitamin A Mangel), und es wird einfach zu wenig Insulin produziert?
  • Liegt eine chronische Entzündung des Pankreas‘ (Pankreatitis) vor, so dass es nur zu einer eingeschränkten Funktion kommt?
  • Oder: Liegt in Verbindung mit anderen Risikofaktoren (Übergewicht, Fast Food, Rauchen, Einsamkeit) ein sehr inaktiver Lebensstil vor?

Es wird klar, dass die Ursachen für den Diabetes vielfältig sein können, die folgende Erkrankung jedoch ist hinsichtlich Symptomen schon einheitlicher. Um den Diabetes nicht nur zu „managen“, sondern ihn gar zu behandeln und umzukehren, muss jedoch die Ursache für die Entstehung der Krankheit angegangen werden.

 

Typ 2 Diabetes und ketogene Ernährung: Grund zur Hoffnung

Bei den folgenden Diabetes-Risikofaktoren kann eine gut formulierte ketogene Ernährung oder zumindest eine gesündere Lebensweise für eine starke Verbesserung sorgen: Nährstoffmangel, Pankreatitis, Übergewicht, Fast Food, inaktiver Lebensstil.

Bei diesen Risikofaktoren und Ursachen gilt ein gesunder Lebensstil als Behandlungsgrundlage als gesichert. Die ketogene Ernährung kann hier einen wertvollen Beitrag liefern.

Jedoch ist der mit Abstand häufigste Risikofaktor für Diabetes das Übergewicht: Etwa 60 % aller Erwachsenen in Deutschland sind übergewichtig, Übergewicht ist eine zentrale Ursache für weitere Erkrankungen wie Bluthochdruck, Insulinresistenz (Diabetes), abnorme Blutfettwerte und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wird das Übergewicht reduziert, verbessert sich in den meisten Fällen auch der Diabetes.

Mit dem vergangenen Kapitel wollten wir keine Verwirrung stiften, sondern auf die prekäre Lage hinweisen. Denn um eine Erkrankung zu behandeln ist es wichtig, die Ursachen zu kennen. In den meisten Fällen von Diabetes liegen mehrere der genannten Risikofaktoren zeitgleich vor – und in den meisten Fällen von Diabetes kann eine ketogene Ernährung für eine dramatische Verbesserung der Krankheit sorgen.

Warum wir das sagen und hier so zuversichtlich sind, liegt an den vielversprechenden Studien, die in den letzten Jahren dahingehend geführt wurden. Die Studien zeigen, dass eine ketogene Ernährung bei Diabetes tatsächlich zu einer starken Verbesserung führen kann:

 

Aussagekräftige Studien über die ketogene Ernährung bei Diabetes

Im Folgenden eine Auflistung einiger gut durchgeführten und aussagekräftige Studien. Es fällt auf, dass die meisten dieser Studien als Hauptursache für die Entstehung des Diabetes einen inaktiven und ungesunden Lebensstil mit starkem Übergewicht angehen.

 

Studie #1: Westman, 2008

Experiment: 84 stark übergewichtige Diabetiker erhielten für sechs Monate entweder eine ketogene Ernährung (kalorienreduziert) oder eine auf 500 kcal täglich reduzierte Ernährung mit ausgeglichenen Makronährstoff-Aufteilungen. Dazu erhielten sie eine umfangreiche therapeutische Unterstützung, Nahrungsergänzungsmittel, Ernährungspläne und Sportempfehlungen.

Ergebnis: Beide Gruppen konnten ihren Blutzucker, Langzeit-Blutzucker (HbA1c) und ihr Gewicht reduzieren. Die ketogene Gruppe jedoch deutlich mehr. Zudem stieg in der ketogenen Gruppe das anti-arteriosklerotische HDL-Cholesterin an.

95 % (!) der ketogenen Teilnehmer konnten ihre Diabetes-Medikamente entweder reduzieren oder ganz absetzen. In der Kontrollgruppe waren es lediglich 62 %.

Schlussfolgerung: Bei einer kalorienreduzierten Ernährungform bei übergewichtigen Diabetikern führt eine ketogene Ernährung zu deutlich besseren Ergebnissen.

 

Studie #2: Yancy, 2005

Experiment: 21 stark übergewichtige Diabetiker mit einem Durchschnittsalter von 56 Jahren erhielten eine ketogene Ernährung (weniger als 20 g Kohlenhydrate täglich) für 16 Wochen. Dazu erhielten sie umfassende medizinische Beratung sowie wöchentliche Blutabnahmen.

Ergebnis: Der Langzeitblutzucker HbA1c sank in dieser Zeit um 16 % (von 7,5 % auf 6,3 %). Die Teilnehmer verloren im Schnitt 9 kg Gewicht, die Blutfettwerte sanken trotz stark fetthaltiger Ernährung um 42 %!

Von den 21 Teilnehmern konnten 7 ihre Diabetes-Medikamente komplett absetzen, 10 konnten es zumindest stark reduzieren, bei 4 änderte sich an der Dosierung nichts.

Schlussfolgerung: Eine ketogene Ernährung führt bei stark übergewichtigen Diabetikern zu einer starken Reduktion des Langzeitblutzuckers, des Gewichts und trotz fettreicher Ernährung zu fast einer Halbierung der Blutfettwerte. 80 % der Teilnehmer konnten ihre Diabetes-Medikation absetzen oder reduzieren.

 

Studie #3: Review von Paoli, 2013

Dies ist keine Studie, sondern ein guter und umfassender Review über die therapeutischen Anwendungsmöglichkeiten der ketogenen Ernährung.

Es wird auf Studien verwiesen, nach denen eine Low-Carb/ketogene Diät bei Diabetikern nicht nur das Gewicht reduziert, sondern auch Stoffwechsel-Marker für Diabetes stark verbessern. Es wird nicht direkt ausgesprochen, aber man hört eine deutliche Empfehlung für ketogene Diäten bei Diabetikern heraus – besonders bei übergewichtigen Diabetikern.

Zitat:

„In studies that have evaluated well-formulated very-low-carbohydrate diets and documented high rates of compliance in individuals with T2D, results have been nothing short of remarkable.“

„In gut durchgeführten ketogenen Diäten mit guter Compliance (Eigenmotivation) der Studienteilnehmer mit Type 2 Diabetes, waren die Ergebnisse nicht weniger als bemerkenswert.“

Du hörst es sicher auch heraus: Ketogene Ernährungen führen zu erstaunlichen/bemerkenswerten Ergebnissen bei Diabetikern. Das zeigen auch die folgenden Studien:

 

Studie #4: Perez-Guisado, 2011

Experiment: 20 stark übergewichtige Teilnehmer, Durchschnittsalter 42 Jahre, mit metabolischem Syndrom – Das bedeutet Bluthochdruck, sehr hohe Blutfettwerte, Fettleibigkeit, Insulinresistenz; insgesamt also starke Gefährdung für Diabetes. Jedoch (noch) keine Diabetes-Diagnose. Die Teilnehmer erhielten eine mediterrane, ketogene Ernährung für 16 Wochen.

Kommentar: Mediterran bedeutet, dass Olivenöl, Nüsse und Fisch die wichtigsten Fettquellen waren, außerdem wurde viel grünes Gemüse verzehrt.

Ergebnis: Nach 16 Wochen schreiben die Wissenschaftler:

„After the diet all the subjects were free of metabolic syndrome […], and 100% of them had normal triacylglycerols and high-density lipoprotein cholesterol levels, […]“

„Nach der Diät waren alle Teilnehmer frei vom metabolischem Syndrom […], 100% der Teilnehmer hatten normale Blutfettwerte und HDL-Cholesterin […]“.

Das ist gigantisch! Die Wissenschaftler hüten sich davor, das Wort „Heilung“ in den Mund zu nehmen, aber die Ergebnisse sprechen stark für sich:

In nur 16 Wochen durchschnittlich 15 kg Gewichtsverlust, eine Halbierung der Blutfettwerte, eine Senkung des Blutzuckers in einen normalen Bereich, Beseitigung des Bluthochdrucks. Die Teilnehmer waren zwar noch übergewichtig, jedoch nicht mehr so stark wie zu Beginn der Studie.

Eine ähnliche Studie einer mediterranen, ketogenen Ernährung an stark übergewichtigen Römern (Paoli, 2011) bestätigte die herausragenden Ergebnisse dieser Studie noch einmal, obwohl es bei dieser Studie keine Kalorienrestriktion gab (die Leute konnten also essen, soviel sie wollten).

Schlussfolgerung: Bei übergewichtigen Diabetikern scheint eine mediterrane, ketogene Ernährung zu den einschneidendsten Ergebnissen zu führen. Charakteristisch für eine mediterrane, ketogene Ernährung ist eine Betonung auf grünem Gemüse sowie auf Fisch, Olivenöl, Nüssen und Avocados als Fettquellen. Dazu einige fettreiche Samen (z.B. Sonnenblumenkerne).

 

Studie #5: Saslow, 2017

Experiment: Übergewichtige Diabetiker folgten für 32 Wochen entweder einer ketogenen Ernährung oder der durch die amerikanische Diabetes-Vereinigung empfohlenen Tellermethode (eher fettarm).

Ergebnis: In der ketogenen Gruppe sanken die Blutzuckerwerte und Langzeitblutzuckerwerte stärker als in der Kontrollgruppe. Über 50 % der Teilnehmer der ketogenen Gruppe senkten ihren Langzeitblutzucker HbA1c unter 6,5 %; ein Wert, bei dem man nicht mehr von Diabetes spricht. In der Kontrollgruppe schaffte das niemand – mit der durch die amerikanische Diabetes-Vereinigung empfohlenen Ernährungsform. Und auch sonst in allen anderen Belangen schnitt die ketogene Gruppe deutlich besser ab.

 

Studie #6: Bueno, 2013

Experiment: Übergewichtige Diabetiker erhielten eine ketogene oder eine fettarme Diät.

Ergebnis: Marker für Diabetes (CRP, Insulin, HbA1c, Insulin) unterschieden sich nicht in beiden Gruppen. Teilnehmer der ketogenen Gruppe verloren deutlich mehr Gewicht, hatten stärker reduzierte Blutfettwerte und einen geringeren Blutdruck. Bei übergewichtigen Diabetikern scheint es laut dieser Studie primär darum zu gehen, Gewicht zu verlieren – eine Aufteilung der Makronährstoffe schien nicht wichtig.

Aber da gerade übergewichtige Diabetiker mit Low-Carb/Ketogener Ernährung mehr Gewicht verlieren als bei einer fettarmen Ernährungsform, erscheint eine Empfehlung für Low-Carb/Keto sinnvoll.

 

Studie #7: Volek, 2009

Experiment: Stark übergewichtige, aber nicht diabetische Studienteilnehmer erhielten eine kalorienreduzierte Diät (1500 kcal am Tag) entweder als kohlenhydrat- oder als fettarme Variante.

Ergebnis: Beide Gruppen verloren stark an Gewicht, bei der Low-Carb-Gruppe waren jedoch die Blutzuckerwerte und die Blutfettwerte im Vergleich zur (fettarmen) Kontrollgruppe stark verbessert.

Schlussfolgerung: Bei übergewichtigen Anwendern, egal ob diabetisch oder nicht, führt eine Kohlenhydrat-reduzierte (und auch ketogene) Ernährung oft, aber nicht immer, zu einem stärkeren Gewichtsverlust. Außerdem kommt es nahezu immer zu einer effektiveren Verbesserung der Blutfettwerte und Blutzuckerwerte, also von diabetischen Risikofaktoren.

 

Die vorliegenden Studien zeigen sehr deutlich und sehr überzeugend, dass bei Diabetes die ketogene Ernährung zu einer starken Verbesserung der Erkrankung führt. In vielen Fällen werden trotz fettreicher Ernährung die Blutfettwerte stark reduziert, das Cholesterin blieb stabil oder sank auch. Der Gewichtsverlust ist teilweise sehr drastisch und besonders bei übergewichtigen Diabetikern vorteilhaft.

Da die meisten Diabetiker übergewichtig sind, fanden auch die meisten Studien an übergewichtigen Diabetikern statt. Bei dieser Gruppe erscheint eine Empfehlung zu einer ketogene Ernährung, zusammen mit einer guten therapeutischen Unterstützung, passenden Nahrungsergänzungsmitteln und Sportempfehlungen für angebracht.

Ketogene Ernährung bei Diabetes vom Typ 2 – prinzipiell ja. In Zusammenarbeit mit einem guten Arzt, Heilpraktiker oder einem anderen Therapeuten.

Wie könnte eine Vorgehensweise aussehen?

 

Ketogene Ernährung bei Diabetes – Unser Vorschlag für eine Vorgehensweise

Schritt 1: Hausarzt

Beim Hausarzt / behandelnden Arzt kann ein Blutbild mit den folgenden Werten durchgeführt werden:

Nüchtern-Blutzucker, Insulin, HbA1c, Triglyzeride, HS-CRP, LDL-/HDL-Cholesterin, GGT, ALA, Ferritin.

 

Schritt 2: Wenn…

…Triglyzeride >180 mg/dl, raten wir zunächst zu mehr Sport, Ballaststoffen in Form von Beeren und grünem Gemüse, zu Fisch, und zu einem ersten Gewichtsverlust durch genannte Interventionen.

Wenn eine erste Besserung der Blutzucker- und Blutfettwerte erkennbar ist, kann zum nächsten Schritt übergegangen werden:

 

Schritt 3: Paleo-Ernährung – Die richtigen Nährstoffe

In diesem Schritt soll mit der Paleo Ernährung ein Fokus auf die richtigen Nährstoffe aus natürlichen und unbehandelten Nahrungsmitteln gelegt werden. Konkret soll reichlich zu grünem Gemüse, Beeren, Zwiebelgewächsen, Fisch und Bio-Eiern gegriffen werden.

In diesem Schritt sind uns bereits einige Fälle bekannt, in denen durch eine gut formulierte Steinzeit-Ernährung die Diabetes-Medikation komplett abgesetzt werden konnte.

Ausgehend davon weiter zu Schritt 4:

 

Schritt 4: Schrittweise Umstellung der Makronährstoffe

In Zusammenarbeit mit einem Therapeuten, Ernährungsberater oder Diabetologen werden schrittweise die Kohlehydrate reduziert und der Fettkonsum stark erhöht. Der Fokus sollte immer auf natürlichen und unbehandelten Nahrungsmitteln liegen.

Gleichzeitig wird konstant mehr Bewegung in Form von Sport oder Bewegung im Alltag eingebaut (s. ketogene Ernährung und Sport).

Eine Supplementierung mit Magnesium, Omega-3-Fettsäuren, MCT-Öl und Chrom-Polynicotinat erleichtern diese Umstellung.

 

Schritt 5: Ketose

Schritt 4 wird so lange weitergeführt, bis der Zustand der Ketose erreicht ist. Mit den zitierten Studien im Rücken wird die Ketose längerfristig gehalten. Die Blutzuckerwerte werden – genauso wie die Blutfettwerte – konstant überwacht.

 

So könnte ein schrittweises Umdenken und eine Umstellung in die ketogene Ernährung bei Typ 2 Diabetes aussehen.

 

Fazit – Ketogene Ernährung bei Diabetes kann funktionieren und ist wissenschaftlich gesichert

Gehe mit diesem Plan und den zitierten Studien zu Deinem behandelnden Arzt oder Therapeuten und besprich die Sache mit ihm. Denn die Ergebnisse in den Studien sind überzeugend und zeigen deutlich, dass eine ketogene Ernährung zu einer Verbesserung führen kann.

Eine Ernährungsform, die zu einer starken Verbesserung der Blutfettwerte, Blutzuckerwerte, Langzeitblutzucker und zu einer starken Reduktion des Übergewichts führt – das kann ein wertvoller Beitrag zur Behandlung eines Diabetes liefern.

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