Ketogene Ernährung und Sport – Alles was Du wissen musst

Sport in der ketogenen Ernährung

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel wurde durch einen von PRIMAL STATE lizenzierten Autor verfasst und durch den wissenschaftlichen Beirat auf seinen Wahrheitsgehalt überprüft und bestätigt.

Übersicht

Lesedauer: etwa 11 Minuten  /  Niveau: Einsteiger

Verwirrungen und Mythen ranken sich um die ketogene Ernährung – und noch viel mehr, wenn es um das Thema ketogene Ernährung und Sport geht. Ketogene Ernährung und Sport scheinen zwei komplett gegensätzliche Dinge zu sein. Aber wie Du vielleicht schon gehört hast und in unserem letzten Artikel (Vorteile der ketogenen Ernährung) nachlesen konntest, ist die ketogene Ernährung der absolute Renner bei vielen verschiedenen gesundheitlichen und sportlichen Zielen.

Egal, ob Du abnehmen, gesünder sein, Deine Fettverbrennung anheizen, mehr Fokus und Konzentration haben, oder eine bessere sportliche Leistung haben möchtest, die ketogene Ernährung kann dabei helfen [14].

Moment mal, sportliche Leistung? Stimmt das überhaupt?!

Mit dem heutigen Beitrag möchten wir Dir Aufklärung verschaffen und erklären, wie sich die ketogene Ernährung mit Sport verträgt. Sowohl die Vorteile als auch die Nachteile bei verschiedenen Sportarten sollen verständlich betrachtet werden.

Nach diesem heutigen Artikel wirst Du komplett über die ketogene Ernährung und Sport Bescheid wissen, versprochen!

Im ersten Teil des Artikels vergleichen wir klassische Sportlerernährung mit ketogener Ernährung – nach Lesen dieses Abschnittes wirst Du hoffentlich davon überzeugt sein, dass Ketose und Sport sehr gut miteinander vereinbar sind. In der zweiten Hälfte des Artikels erfährst Du alles, was Du über Ketose und Sport noch wissen musst. Bleib am Ball 🙂

 

Freshup: Was ist die ketogene Ernährung?

Für die Neulinge, die in diesem Artikel das erste Mal von der ketogenen Ernährung hören, möchte ich diese in wenigen Sätzen noch einmal zusammenfassen:

Die ketogene Ernährung ist eine extreme Low-Carb High-Fat Ernährungsform, die die Bildung von Ketonkörpern (Ketose) in der Leber stimuliert. Wenn fast keine Kohlenhydrate über die Nahrung in den Körper gelangen und der körpereigenen Kohlenhydratvorrat erschöpft und der Proteinverzehr moderat ist, jedoch viel Fett gegessen wird, dann geschieht folgendes:

Die Leber beginnt, Ketonkörper zu produzieren und diese als alternative Energiequelle zu Glukose (Traubenzucker) im Körper zu verbrennen. Besonders das Gehirn ist normalerweise auf Glukose angewiesen und freut sich jetzt über diese alternative Energiequelle.

Und das Beste daran: Ketone setzen Gramm für Gramm mehr Energie frei als Glukose, daher auch die vielen leistungsfördernden Effekte der ketogenen Ernährung.

Nach dieser kleinen Auffrischung stürzen wir uns direkt in die Materie!

 

Paradigmen-Wandel: Ketogene Ernährung vs. klassische Sportler-Ernährung

Um dies gleich vorweg zu greifen: Die ketogene Ernährung eignet sich, wenn gut und diszipliniert durchgeführt, genauso wie die klassische Sportler-Ernährung für alle Sportarten, ohne dass Leistungseinbußen hingenommen werden müssen [2-9].

Die ketogene Ernährung scheint so ziemlich alles zu hinterfragen und zu untermauern, was seit über 30 Jahren in der Sportindustrie gelehrt wird. Wie rebellisch die ketogene Ernährung daherkommt, fällt erst so richtig auf, wenn wir beide Ernährungsformen einmal gegenüberstellen:

ketogene Ernährung und Sport

Abbildung: Ketogene Ernährung und die klassische Sportlerernährung im direkten Vergleich.

 

Klassische Sportlerernährung und ihre Limitationen

Die klassische Sporternährung zielt also darauf ab, möglichst viele Kohlenhydrate und Proteine in den Körper hinein zu prügeln. Nehmen wir als Beispiel mal einen Wettkampf-Triathleten: Der isst einen Tag vor dem Wettkampf 1 kg Nudeln, am Morgen des Wettkampfes noch einmal ein paar Schüsseln Haferflocken und während des Rennens Bananen, Cola und Energie-Gels.

Diese Strategie hat das Ziel, die Kohlenhydrat-Speicher in Leber und Muskeln maximal zu füllen. Jedoch: Kohlenhydrat-Speicher in Leber und Muskeln sind begrenzt– bei 600g ist Schluss. Das entspricht 2400 kcal; nach 2,5 Stunden Wettkampf ist diese Reserve erschöpft und es muss nachgetankt werden.

Die Kehrseite dieser Medaille:

  • Ständiges Auf und Ab des Blutzuckers bei diesen Sportlern
  • Der klassische Energiecrash, wenn die Kohlenhydratspeicher im Körper leer sind
  • Ein häufig stark ramponierter Darm
  • Eine extreme Abhängigkeit von äußeren Kohlenhydraten.

 

Der Vergleich mit ketogenen Sportlern

Nehmen wir auf der anderen Seite einen ketogenen Sportler. Der muss natürlich auch viel Essen, ist aber nicht zwangsläufig immer auf äußere Nahrung angewiesen, denn wenn einmal die Ketose so richtig rund läuft, wird das körpereigene Fett angezapft.

Ketogene Sportler trinken vor dem Wettkampf einen Shake aus Kokosmilch und MCT-Öl – und ab geht die Post! Er oder sie ist nicht alle 2 Stunden auf einen Teller Nudeln oder 3 Bananen angewiesen, entsprechend konstanter ist dadurch die Leistung und entsprechend besser steht es auch um die Darmgesundheit.

Dies könnte einen ersten Hinweis geben, dass die ketogene Ernährung für Sportler gar nicht so schlecht ist. Aber zuerst sollten wir uns fragen, warum die klassische Sportlerernährung so ist, wie sie ist. Denn sie gelangt irgendwann an ihre Grenzen.

 

Warum die klassische Sportlerernährung so ist, wie sie ist

Im direkten Vergleich zwischen klassischer und ketogener Ernährung speziell für Sportler fallen einige beträchtliche Unterschiede auf. Es gibt vier zentrale Gründe, warum diese Kohlenhydrat-lastige Ernährung bei Sportlern so verbreitet ist:

#1 Einfach durchzuführen: Iss so viele Kohlenhydrate, wie Du schaffst. Bei dieser Ernährung gibt es nicht so viel zu beachten, sie ist einfach durchzuführen und leichter zu merken.

#2 Altes Denken: Das Denken, dass Leistungsfähigkeit nur mit Kohlenhydraten funktioniert, entstand in den 60er und 70er Jahren mit der zeitgleichen Verteufelung von Fett (Ancel Keys und Co.). Ab da galten Kohlenhydrate als DER zentrale Makronährstoff und als direkt für Leistung verantwortlich. Dass es auch anders geht, zeigt die ketogene Ernährung heute. Aber dieses alte Denken bleibt erhalten, solange dieselben Leute wie in den 70er Jahren in der Sportindustrie das Sagen haben.

#3 Keine Umstellungsphase: Um den Zustand der Ketose zu erreichen, benötigt es ein paar Tage bis hin zu einer Woche disziplinierter Umstellung. Der Fettstoffwechsel ist meist nicht so trainiert wie der Kohlenhydrat-Stoffwechsel und so ist es auch für Anfänger leichter, auf Kohlenhydrate zu setzen.

#4 Etabliert: Die High-Carb Ernährung für Sportler ist etabliert und wird nur von den allerwenigsten hinterfragt. Um hier einen Paradigmen-Wandel zu schaffen, benötigt es einige sehr mutige Pioniere, die zeigen, dass auch mit einer fettreichen Ernährung wie der ketogenen Ernährung Leistung auf höchstem Niveau vollbracht werden kann.

 

Fallbeispiel: Ketogene Sportler heute

Es gibt heute schon Sportler, die bekanntermaßen Low-Carb oder ketogen leben und damit Topleistungen abrufen können. Ein in den USA bekanntes Beispiel ist Ben Greenfield, der mit einer Low-Carb-High-Fat Ernährung einen 10-stündigen Ironman-Triathlon auf Hawaii absolvierte.

Ein hierzulande vielleicht bekannteres Beispiel für einen ketogenen Sportler ist Chris Froome. Er hat mithilfe einer ketogenen Ernährung innerhalb der letzten vier Jahre dreimal die Tour de France gewonnen. Witzig, oder?

Nach einigen Vergleichen zwischen klassischer Sportlernahrung und ketogener Ernährung – und dieser Vergleich war absolut notwendig – widmen wir uns nun konkret der ketogenen Ernährung für Sportler. Dass sie funktioniert, sollte mittlerweile klar sein.

Jetzt wirst Du erfahren, auf was genau zu achten ist:

 

Ketogene Ernährung und Sport – Alles was Du wissen musst

Worauf muss ich in der Umstellungsphase achten?

Beginnen wir mit der Umstellungsphase. Damit meine ich die Umstellung auf Low-Carb bis hin zum Einstieg in die Ketose. Kohlenhydrate werden massiv reduziert, der Fettkonsum steigt stark an. Bis der Zustand der Ketose erreicht wird, dauert es ein paar Tage, auch mit Zuhilfenahme von Sport. Ziel sollte sein, dass sich Dein Körper möglichst schnell an den Fettstoffwechsel gewöhnt und den Zustand der Ketose möglichst schnell erreicht.

Dies erreichst Du mit aerobem Sport, also Sport in einem Intensitätsbereich von maximal 70% der Maximalleistung (Maximalpuls/-kraft).

Also: Normales Joggen, Radfahren, Schwimmen, Wandern, leichtes Krafttraining mit dem Körpergewicht. Nichts super Anstrengendes, bei dem Du komplett aus der Puste gerätst und Dein Puls am Maximum ist (anaerob).

Wirklich hartes Krafttraining, HIT-Training oder andere hochintensive Aktivitäten solltest Du in dieser Umstellungsphase kurz pausieren lassen und Deinem Körper mit aeroben Einheiten dabei helfen, möglichst schnell und geschmeidig die Ketose zu erreichen.

Hast Du die Ketose einmal erreicht, kannst Du auch hochintensiven Sport wieder wie gehabt weitermachen.

 

Ausdauer- & Teamsport in der Ketose – Worauf muss ich achten?

Diese Sportarten – hobbymäßig betrieben – sind in der Ketose sehr gut durchführbar und wir empfehlen sie Dir zu jeder Zeit. Warum? Besonders beim Ausdauersport ist Fett der bevorzugte Energieträger des Körpers [6]. Mit Erreichen der Ketose wird das körpereigene Fett und das Nahrungsfett 24 Stunden am Tag angezapft und bildet einen niemals versiegenden Strom an Energie.

Besonders Ausdauersportler genießen in der Ketose eine bessere Ausdauer, häufig eine höhere Maximalleistung (siehe Chris Froome), sowie eine bessere Konzentration beim Sport.

Leistungssport auf hohem Wettkampfniveau, auch mit Ausdauercharakter, findet in höchsten Intensitätsbereichen statt – lies dazu bitte den nächsten Punkt durch.

Vor dem Training: Für optimale Leistung empfehle ich Dir einen großen Kokosmilchshake, einen Bulletproof-Coffee und/oder 3g Acetyl-L-Carnitin als Ergänzung.

 

Kraftsport, HIT und Leistungssport – Worauf muss ich achten?

Unter diese Kategorie fallen alle hochintensiven Sportarten, die im höchsten Intensitätsbereich stattfinden, sowie Leistungssport auf höchstem Wettkampfniveau. Hartes Krafttraining, Crossfit, Boxen, Sprinten, Turnen, you name it. Bei diesen Sportarten gibt es hinsichtlich Ketose einige wenige Punkte zu beachten.

  • Kraftsportler erfreuen sich in der Ketose einer besseren Ausdauer [5-6] und einer höheren Maximalkraft (bis zu 10-15 %).
  • Außerdem steigt besonders bei Männern durch den hohen Fettkonsum erfahrungsgemäß der Testosteronspiegel, nicht schlecht für Muskelaufbau und Lebensqualität.
  • Die ketogene Ernährung ist unter Bodybuildern auch als die „Anabole Diät“ bekannt. Eine Ernährungsform also, bei der Du gleichzeitig Fett abbauen und Muskeln aufbauen kannst
  • In der Ketose ist es möglich, Muskeln aufzubauen [8,15]. Auch ohne Kohlenhydrate. Warum? Muskelaufbau ist von mehr abhängig als nur von Kohlenhydraten, Insulin und massig Protein. Genaueres erkläre ich Dir gleich in einem biochemischen Exkurs.

 

Woher kommt die Leistungssteigerung in der Ketose?

Die Erhöhung der Ausdauer- und Maximalkraft während der Ketose kommt daher, dass Ketone die effizientere Energiequelle sind. Soll heißen, mit derselben Sauerstoffmenge (schnelles Atmen bei maximalem Puls) kann mehr ATP, also Energie in den Muskelzellen produziert werden.

Mehr ATP bedeutet in diesem Zusammenhang und bei maximaler Leistung auch mehr Maximalkraft. Versuche es aus und testet dann Deine maximalen Kraftwerte. Du wirst überrascht sein.

 

Gibt es anschauliche Studien mit ketogenen Sportlern?

Um herauszufinden, ob Athleten in der Ketose immer noch halbwegs leistungsfähig sind, wurde eine sehr interessante Studie [4] durchgeführt:

Eliteturner wurden in zwei Gruppen unterteilt: High-Carb und ketogen. Beide ernährten sich vier Wochen sehr strikt nach ihrem jeweiligen Ernährungsplan und trainierten wie gehabt. Nach den vier Wochen war die ketogene Gruppe natürlich schön in der Ketose. Außerdem maßen die Forscher in beiden Gruppen die maximalen Kraftwerte bei der Kniebeuge.

Das Überraschende: Beide Gruppen hatten dieselben Kraftwerte. Die ketogene Ernährung mit viel Fett und keinen Kohlenhydraten beeinträchtigte also die Kraft der Athleten in keinster Weise!

Mehr solcher Studien kannst Du im Quellenverzeichnis unter [2-8,11] nachlesen.

 

Wie oft sollten ketogene Kraft- & Wettkampfsportler für maximale Ergebnisse trainieren?

Der Körper regeneriert in der Ketose sehr schnell. Allerdings ist es nicht empfehlenswert, in der Ketose jeden Tag extrem anstrengenden Sport zu betreiben. Das sollte man auch nicht in einer kohlenhydratreichen Ernährung tun, aber die Nachteile von Übertraining (jeden Tag hochanstrengende und lange Trainingseinheiten) treten in der Ketose stärker auf:

Übertraining bedeutet einen Anstieg des Stresshormons Cortisol (über eine Erhöhung der Botenstoffe TNFα und IL-6). Das wiederum unterbricht wiederum die Ketose in der Leber [10]. Also vermeide Übertraining in der Ketose 🙂

Die Ketose eignet sich sehr gut als Sportlerernährung, auch für Kraftsportler. Aber Du solltest nicht jeden Tag trainieren. 4x Training pro Woche sollte das Maximum sein. Aber in diesen maximal vier Einheiten wirst Du, sofern Du anständig gegessen hast, über unerwartet gute Ergebnisse staunen können, versprochen!

Vor dem Training: Für optimale Leistung empfehlen wir ketogenen Kraftsportlern vor dem Training neben einem Kokosmilch-Shake oder einem Bulletproof-Coffee zusätzlich 4g Kreatin, 3g L-Carnitin und 2g ß-Alanin.

 

Wie viel Sport kann ich machen, ab wann ist zu viel?

Der Körper regeneriert dank Wachstumshormon (hGH), dem zentralen Reparaturhormon im Körper, in der Ketose recht schnell. Aber es gibt ein Maximum, ab der der Körper nicht mehr rechtzeitig regenerieren kann und die Bildung des Stresshormons Cortisol stark zunimmt. Cortisol wiederum unterbricht die Ketose.

Dieses Maximum ist bei Kraftsportlern und Leistungssportlern bei vier Trainingseinheiten pro Woche. Im mittleren Intensitätsbereich (bis 70 % der Maximalleistung, normales Jogging) kann in der Ketose jeden Tag trainiert werden.

Ausdauersportler in sehr hohen Intensitätsbereichen (Wettkampftriathleten oder Marathonläufer) stoßen in der Regel auch bei vier hochintensiven Einheiten pro Woche an ihre Grenzen. An den Zwischentagen können sowohl Kraftsportler als auch Ausdauersportler mäßig intensive Ausdauereinheiten durchführen. Aber bitte nicht jeden Tag an‘s absolute Maximum gehen!

Das Beispiel Chris Froome zeigt, dass auch Profisportler mit der ketogenen Ernährung Weltklasseleistung vollbringen können. Mr. Froome trainiert mit Sicherheit fast jeden Tag, aber wie er das genau macht, übersteigt aber leider unsere Kompetenz 🙂

 

Exkurs Biochemie: Wie ist Muskelaufbau in der Ketose möglich?

Normalerweise funktioniert Muskelaufbau so: Kohlenhydrate und Proteine gelangen in den Körper und lösen einen Ausstoß an Insulin aus. Insulin ist ein anaboles Signal im gesamten Körper, auf welches die Leber mit der Produktion eines Botenstoffs IGF-1 antwortet. IGF-1 schleust die Nährstoffe dann in die Muskelzellen und aktiviert zusammen mit Kraftsport den zentralen Muskelschalter mTOR, der die Proteinbiosynthese (also Muskelwachstum) startet.

Aber es gibt noch andere Faktoren, die zur Bildung von IGF-1 oder zur Aktivierung von mTOR führen können:

Während der Ketose bildet der Körper viel Wachstumshormon (HGH), welches gebildet wird, wenn Du viel Fett und gleichzeitig wenig Kohlenhydrate und wenig Protein isst (klassische Ketose). Wachstumshormon kann ebenfalls die Bildung von IGF-1 anheizen. Außerdem ist auch bekannt, dass unsere Darmbakterien in der Lage sind, IGF-1 zu bilden und an den Körper abzugeben [13].

IGF-1 ist also auch ohne Kohlenhydrate und Proteine möglich. Plus: Nach Kraftsport wird mTOR immer aktiv, unabhängig von der Zusammensetzung der Makronährstoffe. Wenn Du nun kombinierst, merkst Du, dass auch in der ketogenen Ernährung Muskelwachstum möglich ist. Die Studien [8, 15] bestätigen das.

 

Verliere ich in der Ketose Muskeln?

Proteine und Kohlenhydrate wirken antikatabol und beugen so Muskelabbau vor, sowohl bei Übertraining als auch bei Untertraining. Aber eine gute ketogene Ernährung kann das auch, denn Ketone wirken in den Muskeln ebenfalls antikatabol [16]. Wenn Du also in der Ketose bist, brauchst Du keine Angst vor Muskelabbau zu haben.

Es sei denn, Du nutzt die Ketose zum Fettabbau. In diesem Fall wirst Du in der Ketose ein paar Muskeln verlieren: Genauso viele wie bei einer klassischen High-Carb-Diät. In dem Sinne steht die ketogene Ernährung der herkömmlichen Low-Fat-Diät in nichts nach.

 

Kann ich in der Ketose Muskeln aufbauen?

Die ketogene Ernährung eignet sich auch, um Muskeln aufzubauen [8, 15]. Da sie als die anabole Diät bekannt ist, ist es sogar möglich, gleichzeitig Muskeln auf- und Fett abzubauen.

Der Muskelaufbau geschieht jedoch nicht so schnell wie mit einer klassischen High-Carb-Ernährung – Sport und ketogene Ernährung rekrutieren tiefer liegende Muskelfasern, die Dich nicht so aufgeschwollen wirken lassen. Stattdessen wirst Du fit, durchtrainiert und muskulös aussehen, nicht wie eine Luftpumpe.

 

Gibt es bekannte Kraftsportler, die auf eine fettreiche oder gar ketogene Ernährung setzen?

Klar. Vince Gironda etwa, unter dem auch Arnold Schwarzenegger trainierte. Oder Charles Poliqin, der auch mit Ende Fünfzig noch dickere Oberarme hat als so mancher Bodybuilder mit 25.

 

Was esse ich nach dem Sport, um zu regenerieren?

Nach einer harten Sporteinheit hast Du ein einstündiges Zeitfenster, in denen Du geringe Mengen Kohlenhydrate essen kannst, ohne die Ketose zu sabotieren. 50g Kohlenhydrate sind eine gute und sichere Faustregel. Dieser Prozess ist auch bekannt als zyklische Ketose.

Diese Kohlenhydrate können eine Handvoll Kartoffeln (3 mittelgroße Kartoffeln) oder ein kleiner Obstteller sein (2-3 Äpfel). Wichtig ist, dass Du diese Dinge direkt nach dem Sport isst und danach wie gehabt mit der ketogenen Ernährung weitermachst. Ansonsten isst Du nach dem Training das, was Du normalerweise auch isst (viel Fett und Gemüse), und packst etwas Protein drauf.

 

Wie viel Protein sollte ich essen?

Ketogene Sportler sollten nicht unbegrenzt Protein essen, da Proteine auch einen Insulinausstoß provozieren und somit die Ketose unterbrechen können. Hier kannst Du einmal selber mitrechnen:

Ausdauersportler sollten maximal 1 g Protein pro kg Körpergewicht täglich essen, Kraftsportler maximal 1,2 g Protein pro kg Körpergewicht.

Das ist nicht viel, aber ausreichend, um Muskelabbau entgegenzuwirken und trotzdem ein gewisses Muskelwachstum zu ermöglichen.

 

Sind Refeeds nötig?

Mit Refeeds ist das komplette Auffüllen der Kohlenhydratreserven gemeint. In vielen Diäten wird empfohlen, einen Tag pro Woche die Speicher komplett zu füllen. In der ketogenen Ernährung ist dies ein wenig anders:

Wir empfehlen, die ketogene Ernährung nur maximal 1-2 Monate am Stück durchzuführen. In dieser Zeit solltest Du strikt sein und keine Refeedtage einlegen, Du kannst jedoch direkt nach der Sporteinheit ein paar Kohlenhydrate (s. Punkt oben) essen.

Nach den ein bis zwei Monaten strikter Ketose kannst Du ein bis zwei Refeedwochen einlegen, bevor Du in die nächste Ketose-Runde gehst. Aber ein wöchentlicher Refeedtag wird nicht empfohlen, da die Ketose so unterbrochen wird und erst wieder müßig erreicht werden muss.

 

Warum sollte ich die Ketose nicht länger als ein bis zwei Monate durchführen?

Die Ketose imitiert den Zustand des Fastens und für eine gewisse Zeit erzielt die Ketose bombastische Wirkungen. Längerfristiges Fasten verändert jedoch gewisse Prozesse im Körper, wie etwa eine Reduktion von Schilddrüsenhormonen oder eine Beeinträchtigung des Kohlenhydrat-Stoffwechsels [9].

Um zu verhindern, dass Dein Körper verlernt, wie Kohlenhydrate zu verdauen sind, und andere negative Aspekte auszuschließen, empfehlen wir diese Zyklen von 1-2 Monaten. Danach isst Du 1-2 Wochen „normal“, mit moderat bis vielen Kohlenhydraten, bevor Du in die nächste Ketose-Challenge startest.

Das ist der optimale Weg, um das Beste aus Deiner Ketose herauszuholen.

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Muss ich Nährstoffmängel befürchten?

Eine gut durchgeführte ketogene Ernährung beinhaltet viel Gemüse, ein paar Beeren und Obst nach dem Sport. Außerdem natürlich viel Fleisch, Fisch, Eier, Nüsse, Samen, Kräuter und Gewürze. Zucker, Junk food, Fast food und andere Nährstoffräuber haben in der ketogenen Ernährung keinen Platz, daher hast Du keinen Nährstoffmangel zu befürchten.

 

Wie schaffe ich es, als Sportler genug zu essen?

Diese Frage ist in der Tat naheliegend, denn besonders Hochleistungssportler, die fast täglich trainieren und Probleme haben, ihren Energiebedarf zu decken, haben bezüglich Ketose ein dickes Fragezeichen auf der Stirn.

Aber zum Glück ist Fett energiedichter als Kohlenhydrate, und Fett ist Dein wichtigster Energieträger in der Ketose! Mit einigen Geheimwaffen und sehr energiedichten ketogenen Nahrungsmitteln ist es problemlos möglich, Deinen Energiebedarf in der Ketose zu decken.

Die bekanntesten dieser „Geheimwaffen“ sind Mandeln, Macadamia‘s, Walnüsse, MCT-Öl, Kokosmilch, Butter, Speck und Hartkäse.

 

Fazit – Ketose und Sport, aber unbedingt!

Dies waren unsere Empfehlungen für Sportler. Nutze dieses Wissen und nutze die Vorteile der ketogenen Ernährung, um so längerfristig Deine Leistung zu pushen!

Der heutige Artikel hat Dir hoffentlich Deine dringlichsten Fragen beantwortet und die unnötige Verwirrung um Ketose und Sport aufgelöst. Denn eigentlich ist es problemlos machbar, in der Ketose jede beliebige Sportart durchzuführen, ohne Leistungseinbußen hinnehmen zu müssen. Die ketogene Ernährung hat einige Vorteile, die einfach unschlagbar sind:

Höhere Ausdauer, höhere Konzentration, schnelle Regeneration, höhere Maximalkraft.

Natürlich benötigt die ketogene Ernährung mehr Disziplin als herkömmliche Ernährungsarten, aber es lohnt sich!

 

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Speziell auch für Sportler haben wir monatelang und in liebevoller Kleinarbeit unseren Ketose-Kurs zusammengestellt. In dieser 28-tägigen Ketose-Challenge lernst Du das Wichtigste über die Ketose und wie Du diesen tollen Zustand für Dich nutzen kannst. Täglich erwarten Dich in dieser Challenge hilfreiche Videos, leckere Rezepte, Motivationen und weitere Extras. Dazu kommt ein 136 Seiten starkes Begleitbuch mit Tipps, Tricks und Rezepten.

Und das Beste: Solltest Du mit der Leistung des Kurses nicht zufrieden sein, so geben wir Dir eine 60 Tage Geld-zurück-Garantie. Für Dich besteht also kein Risiko!

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